Formen der Weiterbildung

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Foto: Kurt Michel / pixelio.de

Weiterbildungsangebote im Netz – am Anfang war die Informationsflut

Auf der Suche nach der passenden Weiterbildung stehen Interessenten erst mal vor einer Fülle von Informationen und Angeboten, die es einzuordnen gilt. Welche Weiterbildung die richtige ist, hängt dabei nicht nur vom bisherigen Werdegang, sondern vor allem von der persönlichen Situation ab. Konkret bedeutet das: Arbeitnehmern werden sich grundsätzlich andere Weiterbildungsmöglichkeiten bieten als Jobsuchenden und eine alleinerziehende Mutter Mitte 40 hat einen limitierteren Zeitrahmen als Singles in den 30ern. Generell lassen sich die Möglichkeiten der Ausbildung in private und betriebliche Formen einteilen.

Betriebliche Weiterbildung

Im Jahr 2010 beteiligten sich nahezu die Hälfte der Unternehmen in Deutschland (45 Prozent) an betriebsinternen Weiterbildungen. Das belegt: Nicht nur für die Arbeitnehmer sind Weiterbildungen interessant; die Mitarbeiter auf dem neusten Stand zu halten liegt auch im Interesse der Unternehmen, um dem Wettbewerbsdruck standzuhalten, betriebsintern Strukturen zu optimieren und die Produktivität zu steigern. 

Viele Arbeitnehmer wissen außerdem nicht, dass mit dem sogenannten Bildungsurlaub sogar ein gesetzlicher Anspruch auf Weiterbildung besteht. Mit dem Bildungsurlaub ist festgelegt, dass jeder Beschäftigte grundsätzlich Anspruch auf Weiterbildungsmaßnehmen während der Arbeitszeit hat, auch wenn diese keinen unmittelbaren Nutzen für das Unternehmen haben. Als Bildungsurlaub können die unterschiedlichsten Weiterbildungsmaßnahmen gelten: Vom Sprachurlaub bis zum Rhetorikseminar kann fast alles geltend gemacht werden. Die Rahmenbedingungen für den Bildungsurlaub sind dabei von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich und oft davon abhängig, ob die Fortbildung, an der teilgenommen wird, staatlich anerkannt ist. Keinen gesetzlichen Bildungsurlaub gibt es bisher in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen und Thüringen. Reformen sind hier jedoch teilweise bereits geplant.

Aber auch der Bildungsurlaub entbindet natürlich nicht von der Pflicht, Weiterbildungsmaßnahmen mit dem Chef abzusprechen, insofern sie innerhalb der Arbeitszeit stattfinden. Einer Umfrage des Marktforschungsinstitutes Forsa zu Folge sind 97 Prozent der Arbeitgeber bereit, Fortbildungen zu unterstützen, sofern diese auch dem Unternehmen dienen. Besonders wichtig ist es deswegen, den konkreten Nutzen seitens des Arbeitgebers herauszustellen, um den Chef zu überzeugen. Oft ist die Unterstützung durch das Unternehmen auch an Bedingungen geknüpft; beispielsweise, dass sich der Arbeitnehmer danach für eine gewisse Zeit im Unternehmen verpflichtet und nicht kündigt. Verlässt der Mitarbeiter dennoch vor Ablauf der vereinbarten Frist das Unternehmen, müssen die Kosten für die Weiterbildung aus der eigenen Tasche zurückgezahlt werden.

Laut dem Informationsportal „test.de“ dürfen die vereinbarten Fristen jedoch nicht unverhältnismäßig sein. Unter Berufung auf die aktuelle Rechtssprechung führt das Verbraucherportal folgende Fristen als gerechtfertigt an:

  • Fortbildungsdauer bis zu 1 Monat: Bindung bis zu 6 Monate
  • Fortbildungsdauer bis 2 Monate: Bindung bis zu 1 Jahr
  • Fortbildungsdauer 3 bis 4 Monate: Bindung bis zu 2 Jahren
  • Fortbildungsdauer 6 bis 12 Monate: Bindung bis zu 3 Jahren
  • Fortbildungsdauer mehr als 2 Jahre: Bindung bis zu 5 Jahren

Ist mit dem Arbeitgeber erst alles geregelt und auch die passende Weiterbildungsmaßnahme gefunden, besteht die Herausforderung darin, diese mit dem Job unter einen Hut zu bekommen. Zunächst sollte also im Betrieb geklärt werden, wie die Fortbildung am besten in den Arbeitsablauf integriert werden kann. Wichtig ist dabei nicht nur, den Chef in die Entscheidung miteinzubeziehen, sondern auch mit Kollegen über die Fortbildung zu sprechen, wenn durch die Weiterbildung für diese eine Mehrbelastung entsteht. Meist lohnt es sich in kleineren oder mittleren Betrieben nicht, eine interne Schulung oder Weiterbildung durchzuführen. Häufig werden deswegen externe Anbieter beauftragt. Dies hat zum einen den Vorteil, dass individuell auf die einzelnen Mitarbeiter eingegangen werden kann, erfordert zum anderen aber eine bessere zeitliche und räumliche Abstimmung.

Neben kürzeren Weiterbildungsoptionen wie dem Bildungsurlaub, Seminaren und Trainings gibt es auch die Möglichkeit, sich langfristig fortzubilden. Dazu zählen duale Systeme, die meist ein Studium in Kombination mit einer unternehmensinternen Ausbildung vorsehen, oder auch ein Fernstudium. 

Private Weiterbildung

Neben der betrieblichen Weiterbildung besteht natürlich immer die Möglichkeit, sich privat weiterzubilden. Dies setzt voraus, dass der zeitliche und finanzielle Rahmen dafür gegeben ist (in vielen Bereichen kann auf staatliche Förderung zurückgegriffen werden). Für Arbeitnehmer mit einem Realschulabschluss, die bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung hinter sich haben, besteht zum Beispiel die Möglichkeit, in nur einem Jahr das Fachabitur nachzuholen. Ist die allgemeine Hochschulreife bereits erlangt, kann jederzeit ein Studium angeschlossen werden. Viele Menschen tendieren – auch wenn kein aktuelles Arbeitsverhältnis besteht – zu einem Fernstudium. Gerade in den letzten Jahren hat der E-Learning-Bereich enorm an Bedeutung zugelegt. Diese Variante der Fortbildung ist beispielsweise für familiär Gebundene besonders attraktiv.

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