Meister-BAföG

Zollstab
Foto: BirgitH / pixelio.de

Fachkräfte werden in Deutschland nach wie gesucht. Dazu zählen nicht nur gut ausgebildete Handwerker, sondern auch Fachkräfte mit zusätzlichen Qualifikationen, die ihrem beruflichen Aufstieg förderlich sind. Besteht der Wunsch sich weiterzubilden, stellt sich die Frage der Finanzierung. Oft ist es schwer, eine Weiterbildung neben dem Beruf zu absolviert. Da es sich viele Menschen nicht leisten können, ganz auf ihr Gehalt zu verzichten, gibt es staatliche Unterstützung: das Meister-BAföG. Dadurch soll es möglich sein, vorübergehend aus dem Beruf auszusteigen und sich in Vollzeit einer Weiterbildung zu widmen.

Seit 1996 besteht diese Fördermöglichkeit, die gemeinsam von Bund und Ländern finanziert wird. Das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz – kurz „Meister-BAföG“ genannt – wurde bereits zum wiederholten Male geändert, wobei die zweite Reform wesentliche Verbesserungen mit sich brachte. Dazu zählen die Anhebung von Förderungsbeträgen, die Verlängerung des Förderungszeitraumes und Verbesserungen beim Erlass von in Anspruch genommenen Darlehen. 

Voraussetzungen für den Erhalt von Meister-BAföG

Einen Antrag auf Unterstützung kann stellen, wer eine abgeschlossene Berufsausbildung vorzuweisen hat. Dann muss die angestrebte Fortbildung einen Abschluss über dem Niveau eines Facharbeiter- oder Berufsfachschulabschlusses vorsehen. Detailliertere Angaben zu den Voraussetzungen für das Meister-BAföG finden Sie hier.
Fortbildungen im Bereich der Altenpflege können auch dann gefördert werden, wenn es zwar nicht im jeweiligen Bundesland, aber in einem anderen Bundesland eine förderfähige Fortbildungsregelung gibt.

Meister-BAföG gibt es für Fortbildungsmaßnahmen, die mindestens 400 Stunden dauern. Darüber hinaus muss der Träger der Fortbildungsmaßnahme bestimmte Anforderungen erfüllen und seine Eignung nachweisen. 

Wie erfolgt die Förderung beim Meister-BAföG?

Gefördert wird teilweise als Zuschuss, teilweise als Darlehen. Bei einer Fortbildung in Vollzeit werden z. B. Unterhaltsbeiträge bis zu 238 Euro monatlich als Zuschuss gewährt. Der Erhöhungsbetrag für Kinder, 210 Euro pro Monat und Kind, wird zu 50 Prozent als Zuschuss gewährt. Die Höhe der Unterhaltsbeiträge ist übrigens abhängig von den Einkommens- und Vermögensverhältnissen. Der Beitrag für die Fördermaßnahme wird zu 30,5 Prozent bezuschusst. Alleinerziehende können auch für Kinderbetreuungskosten Unterstützung beantragen.

Die darüber hinaus gehende Förderung wird als Darlehen gewährt, das nach Fortbildungsende zurückzuzahlen ist. Allerdings gibt es verschiedene Möglichkeiten, einen teilweisen Erlass zu erreichen. Dies gilt beispielsweise für das Bestehen der Abschlussprüfung oder im Falle der Existenzgründung, wenn zusätzliche Auszubildende oder Arbeitnehmer beschäftigt werden.

Das Darlehen wird von der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gewährt. Es kann auch in einem geringeren Umfang in Anspruch genommen werden. Während der Fortbildung und noch zwei Jahre danach ist es zins- und tilgungsfrei. Danach ist es mit dem für das Förderungsprogramm geltenden günstigen Zinssatz zu verzinsen, und innerhalb von zehn Jahren in monatlichen Raten zurückzuzahlen.

Wer es genauer wissen möchte, findet die notwendigen Angaben und Beispielrechnungen auf der Info-Seite zum Meister-BAföG.  

Meister-BAföG – was wird gefördert?

Gefördert wird eine Fortbildung zum beruflichen Aufstieg. Falls man zuvor schon eine anderweitig finanzierte Aufstiegsfortbildung absolviert hat, ist dies jetzt nicht mehr schädlich. Auch eine weitere Aufstiegsfortbildung kann durch das Meister-BAföG gefördert werden.

Neben den Unterhaltskosten werden die Kosten für die Fortbildungsmaßnahme, eventuelle Kosten für die Anfertigung eines Prüfungsstückes und auch Maßnahmen wie Klausurkurse, wenn diese zum Bestehen der Abschlussprüfung hilfreich sind, gefördert.

Bei Vollzeit gibt es das Meister-BAföG für maximal drei Jahre. Eine Fortbildungsmaßnahme in Teilzeit darf höchstens vier Jahre dauern. Auch Fernlehrgänge sind förderbar, wenn sie die entsprechenden Anforderungen erfüllen. 

Der Antrag auf Meister-BAföG

Für die Antragstellung sind die Bundesländer zuständig. In der Regel sind dies die Ämter für Ausbildungsförderung bei der Kreisverwaltung oder der kreisfreien Stadt. Die zuständigen Behörden sind hier zu finden. Die Formulare können direkt am Bildschirm ausgefüllt und unterschrieben an die Behörde geschickt werden. Diese Behörde entscheidet auch über die Art und Höhe der Förderung und zahlt die Zuschüsse aus.

Wichtig: Der Antrag auf das Meister-BAföG muss rechtzeitig vor Beginn der Maßnahme gestellt werden. Gefördert wird frühestens ab dem Antragsmonat, eine rückwirkende Förderung ist nicht möglich.

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