Bildungsprämie

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Foto: birgitta hohenester / pixelio.de

Die Bildungsprämie, ein erfolgreiches Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), wird um zwei Jahre verlängert. Es soll weniger Verdienenden ermöglichen, sich durch Weiterbildung bessere Chancen am Arbeitsmarkt zu erarbeiten. 35 Millionen Euro stehen für die nächsten zwei Jahre als Fördermittel für die Bildungsprämie zur Verfügung. Letztlich ist es eine Maßnahme, die durch Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds kofinanziert wird.

Die Bildungsprämie – wer kann sie erhalten?

Durch die Bildungsprämie gefördert werden sollen vor allem Menschen, die sich eine Weiterbildung sonst nicht leisten könnten. Ein Kurs, ein Seminar oder ein Lehrgang, der bessere berufliche Chancen ermöglicht, aber ohne Förderung nicht erschwinglich wäre, das ist ein klassischer Fall für die Bildungsprämie. Die Einkommensgrenzen für die an der Weiterbildung interessierten liegen bei 20.000 Euro zu versteuerndem Einkommen für Ledige und bei 40.000 Euro zu versteuerndem Einkommen für Verheiratete. Individuell werden noch Kinderfreibeträge berücksichtigt. Doch auch wer derzeit nicht in einem Beschäftigungsverhältnis steht, sondern beispielsweise die Elternzeit in Anspruch nimmt, kann am Projekt „Bildungsprämie“ teilnehmen.

Von der Bildungsprämie, der vom BMBF geförderten Weiterbildung, sind aber andere Förderungen zu unterscheiden, die noch weitgehender sein können. So können Arbeitssuchende zur Weiterbildung eine Unterstützung durch die Bundesagentur für Arbeit erhalten; diese kann nicht nur die gesamten Lehrgangskosten, sondern auch beispielsweise Fahrt- und Übernachtungskosten umfassen. Handwerker und Fachkräfte können mit dem so genannten Meister-BAföG ihren beruflichen Aufstieg finanzieren, und auch für gering Qualifizierte und Beschäftigte in kleinen Unternehmen gibt es Fördermöglichkeiten durch die Bundesagentur für Arbeit. 

Die Bildungsprämie – wie wird gefördert?

Am Anfang steht ein Antrag, der am besten in einer der Beratungsstellen gestellt wird. Sie sind über das ganze Bundesgebiet verteilt; eine Übersicht findet sich hier. Außerdem hat das BMBF unter der Rufnummer 0800 2623000 eine kostenlose Hotline geschaltet, unter der ebenfalls alle Auskünfte zur Bildungsprämie zu erhalten sind.

Auf den Antrag folgt eine Beratung. Hier wird überprüft, ob die Fördervoraussetzungen erfüllt werden. Gemeinsam werden die Ziele der Weiterbildung besprochen und der Berater informiert über die Möglichkeiten dazu. Er kennt auch die Anbieter, die bestimmte Qualitätskriterien erfüllen müssen, damit die Bildungsprämie in Anspruch genommen werden kann.

Die Bildungsprämie gibt es in zwei Varianten, die auch miteinander kombiniert werden können. Die Erste ist der Prämiengutschein. Er kann bis zu 500 Euro betragen. Die zweite Möglichkeit ist der Spargutschein, der es erlaubt, Angespartes aus einem Sparvertrag über vermögenswirksame Leistungen zu entnehmen ohne, dass die staatlichen Zuschüsse verloren gehen. 

Prämiengutschein

Mit dem vom Berater ausgefüllten Prämiengutschein können die Kurs- oder Lehrgangsgebühren beim Anbieter zur Hälfte bezahlt werden. Die restlichen Kosten muss der Antragsteller selbst tragen. Wenn der Kurs mehr als 1.000 Euro kosten würde, müsste der größere Teil dementsprechend aus der eigenen Tasche beigesteuert werden.

Spargutschein

Der ebenfalls vom Berater auszustellende Spargutschein ist dann interessant, wenn Erwerbstätige durch die Anlage vermögenswirksamer Leistungen bereits über ein Sparguthaben verfügen. Über den Spargutschein kann vorzeitig auf die Einlagen zurückgegriffen werde, wenn diese für Weiterbildung verwendet werden. Die Arbeitnehmersparzulage geht dadurch nicht verloren. Allerdings sind die Bedingungen des Sparvertrages, beispielsweise hinsichtlich der von der Bank festgelegten Kündigungsfristen, zu beachten, wenn keine Nachteile entstehen sollen.

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