Private Förderungsmöglichkeiten & Weiterbildungssparen

Geld
Foto: Michael Staudinger / pixelio.de.

Es gilt eigentlich für jeden Beruf. Heute geht es nicht mehr ohne Weiterbildung. Manchmal ist sie einfach, und es genügt, sich mit Fachliteratur zu versorgen. Es kann aber auch mehr Aufwand erforderlich sein, und ein mehrtägiger Kurs oder gar ein mehrwöchiges Seminar ist die richtige Lösung, um beruflich auf dem Laufenden zu bleiben. Darüber hinaus gibt es viele Gelegenheiten, sich neben dem Beruf weiter zu bilden, um eine weitere Sprosse auf der Karriereleiter erklimmen zu können.
Immer kostet Weiterbildung Geld – und Zeit, für die Zeit, ist eine kluge Einteilung und der Wille zum Durchhalten nötig. Geld muss man haben – und es sich danach zumindest teilweise zurückholen. Dazu gibt es gute Möglichkeiten.

Wer finanziert die Weiterbildung?

Die Weiterbildung liegt nicht allein im Interesse des Arbeitnehmers. Auch der Arbeitgeber kann ein Interesse daran haben. Deshalb gilt es zunächst zu prüfen, ob und in welcher Höhe der Arbeitgeber sich an den Kosten der Weiterbildung beteiligt. Fragen kostet nichts, wenn es um eine zusätzliche Qualifikation geht, auf die der Arbeitgeber großen Wert legt. Übrigens ist es nicht ungewöhnlich, wenn der Arbeitgeber im Gegenzug für eine teilweise oder vollständige Übernahme der Kosten – oder für die bezahlte Freistellung von der Arbeit – einen befristeten Verzicht auf die Kündigung durch den Arbeitnehmer erwartet. Solange diese Frist angemessen ist, sollte man diesem Ansinnen nachkommen.

Darüber hinaus aber steht es im Belieben des Mitarbeiters, ob und wie er sich weiter bildet. Deshalb muss er die Weiterbildungskosten dafür auch selbst tragen. Doch muss er auch in diesem Falle nicht auf den Kosten sitzen bleiben. 

Bildungsprämie

Zunächst einmal gibt es für gering Verdienende die Möglichkeit, sich vom Bundesminister für Bildung und Forschung eine Bildungsprämie zu sichern. Er übernimmt pro Jahr 50 Prozent der Weiterbildungskosten, maximal jedoch 500 Euro. Nicht viel, aber immerhin etwas! Der Antrag erfolgt über Beratungsstellen, die man im Internet findet. Das zu versteuernde Einkommen darf allerdings 25.600 Euro, bei Verheirateten 51.200 Euro nicht übersteigen.

Weiterbildungssparen

Hier liegen die Antragsgrenzen noch niedriger – nämlich je nach Anlageart bei 17.900 Euro oder 20.000 Euro für Ledige und bei den doppelten Grenzen für Verheiratete. Eine direkte Förderung der Weiterbildung erfolgt allerdings nicht. Man darf lediglich das für die Weiterbildung nötige Geld von dem Konto der vermögenswirksamen Anlage entnehmen, ohne die Prämie dafür zu verlieren. 

Das Finanzamt zahlt mit

Für alle Steuerzahler gilt gleichermaßen und ohne Berücksichtigung einer Verdienstgrenze, dass sie alle Kosten der Weiterbildung für den Beruf bei der Steuer absetzen können. Genau gesagt können die Weiterbildungskosten nicht an der Steuer abgesetzt werden, sondern sie mindern das zu versteuernde Einkommen. Damit bleiben die Kosten der Weiterbildung steuerfrei. Das kann je nach dem persönlichen Spitzensteuersatz schon ein Drittel der Kosten oder noch mehr ausmachen.

Grob gesagt können alle Kosten, die dem Erhalt des beruflichen Wissens oder zum Erwerb zusätzlichen berufsbezogenen Wissens dienen, abgesetzt werden. Das gilt auch beispielsweise für die Kosten eines weiterführenden Studiums, für den Rhetorikkurs, für beruflich benötigte Fremdsprachen und ähnliches. Der Bezug zum Beruf ist wichtig und kann beispielsweise durch eine Bescheinigung des Arbeitgebers nachgewiesen werden. Privates wird nicht gefördert; vor allem bei Studienreisen, Kongress- und Messebesuchen oder Sprachkursen ist die Abgrenzung zuweilen schwierig. Gegebenenfalls sollte man in einen beruflichen und privaten Anteil aufteilen, damit wenigstens ein Teil der Weiterbildungskosten anerkannt werden. 

Belege sammeln!

Das ist das Wichtigste, was es in diesem Zusammenhang zu tun gibt. Auch wenn die Belege derzeit nicht mehr mit der Steuererklärung beim Finanzamt eingereicht werden müssen – sie sollten präsent sein, und bei ungewöhnlicher Höhe verhindert eventuell schon eine der Steuererklärung beigefügte Auflistung und Erläuterung, dass es zu Rückfragen kommt.

Die Belege zu sammeln, ist eigentlich ganz einfach. Man packt jeden Beleg, der mit der Weiterbildung zu tun hat, in einen Ordner – auch zweifelhafte Belege. Dann kann man diese nach dem Jahreswechsel einfach dem Steuerberater übergeben. Doch ist die Steuererklärung nicht so kompliziert, dass man dies auch nicht selbst erledigen könnte. Dann gilt es, die Belege durchzusehen und aufzulisten und die Summe schließlich als Werbungskosten in der Anlage N zur Steuererklärung (Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit) einzutragen. Selbstständige können die Kosten als Betriebsausgaben geltend machen.

Übrigens gilt derzeit ein Freibetrag von 1.000 Euro für diese Werbungskosten. Bis zu dieser Höhe könnte man sich das Sammeln der Belege sparen, weil dieser Betrag von Amts wegen berücksichtigt wird und sich nur der darüber hinaus gehende Betrag steuerlich auswirkt. Aber oft ist dieser Betrag schon durch die Kosten für den Weg zur Arbeit ausgeschöpft, sodass die Kosten der Weiterbildung voll zum Tragen kommen. 

Was gehört dazu?

Hier noch ein paar Tipps, was so alles zu den Kosten der Weiterbildung gehört. Fachliteratur, auch Fachzeitschriften, gehören dazu. Der Schreibtisch zu Hause, der für den Fremdsprachenkurs benötigte PC und der Schreibtischstuhl kann angesetzt werden. Die Kosten für Telefongespräche zur Information über den Fremdsprachenkurs oder die Internetkosten können, sofern sie zuzuordnen sind, angegeben werden, ebenso die Postgebühren für die Kursanmeldung.

Sie meinen, das sei Kleinkram? Richtig – aber nur ein Euro mehr nachgewiesen kann zu einer Steuererstattung von acht Euro führen. Hat man einmal mit der Belegsammlung angefangen, dann fällt es leicht, die Weiterbildungskosten zusammenzustellen. Aber nicht jeder möchte sich diesem Aufwand unterziehen – er verzichtet dann eben auf eine mögliche Steuererstattung.

Fahrtkosten zu Seminaren mit dem PKW können mit 30 Cent pro gefahrenen Kilometer angesetzt werden. Dazu kommen bei auswärtigen Seminaren auch die Kosten der Übernachtung und die Mehraufwendungen für Verpflegung mit den steuerlichen Pauschalsätzen. Übrigens zählen auch Zinsen und Gebühren für einen Kredit, mit dem eine Weiterbildung finanziert wird, zu den Werbungskosten.

Die Erstattung durch den Arbeitgeber und die Bildungsprämie muss man an den angefallenen Kosten absetzen. Bietet der Arbeitgeber beispielsweise an, Kosten zu erstatten oder bezahlt freizustellen, dann sollte man die Freistellung wählen. So kann man die Kosten der Weiterbildung dann doch noch steuerlich geltend machen.

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