Private Finanzierung

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Foto: Gabi Schoenemann / pixelio.de

Um sich umfassende Weiterbildungsmaßnahmen leisten zu können, ist es wichtig, über alle Finanzierungsmöglichkeiten der Weiterbildung Bescheid zu wissen. Es gibt nicht nur die Möglichkeit einer Finanzierung über steuerliche Vorteile, auch spezielle Sparzulagen können zum Finanzieren beansprucht werden.

Das Weiterbildungssparen ist ein Teil der Bildungsprämie und seit 2009 möglich. Die Finanzierung von Weiterbildungen soll durch diese Finanzierungsmöglichkeit zusätzlich erleichtert werden. Arbeitnehmer, die vermögenswirksame Leistungen ansparen, können so verfrüht auf die Geldanlagen zugreifen, um Weiterbildungen zu finanzieren. Vor der Einführung dieser Regelung musste eine siebenjährige Ansparfrist abgewartet werden, bevor der Betrag zur Verfügung stand. Wer eine Fortbildung finanzieren will, der kann seit 2009 nach einem Jahr auf 500 Euro und nach vier Jahren auf 4.000 Euro zurückgreifen, ohne das Anrecht auf die Arbeitnehmersparzulage zu verlieren. 

Arbeitnehmersparzulage

Vermögenswirksame Leistungen sind Geldeinlagen, welche Arbeitgeber monatlich zahlen. Die Höhe dieser Leistungen ist in einem Tarif- oder Arbeitsvertrag geregelt.
Darunter fallen Arbeitnehmer mit einem Jahreseinkommen von maximal 17.900 Euro bei Bausparverträgen und bis zu einer Grenze von 20.000 Euro beim sogenannten „Produktivkapital“, wie zum Beispiel Wertpapieren oder Ähnlichem. Sind Arbeitnehmer verheiratet, und sparen gemeinsam, liegt die Einkommensobergrenze zwischen 35.800 und 40.000 Euro. Arbeitnehmer, die momentan über dieser Grenze liegen, zuvor aber Arbeitnehmersparzulagen erhalten haben, können ebenfalls von dieser Finanzierungsmöglichkeit für Weiterbildungen Gebrauch machen. 

Finanzierung erhalten

Um auf das Geld zugreifen zu können, muss zunächst ein Beratungsgespräch mit einem Weiterbildungsinstitut geführt werden. Mit der Beratungsstelle wird dann über eine individuelle und für den derzeitigen Job relevante Weiterbildung diskutiert. Nach dem ersten Gespräch wird ein Spargutschein ausgestellt, auf dem auch das Weiterbildungsziel vermerkt ist. Ist die Anmeldung zu einem Weiterbildungsangebot schon vor diesem Schritt erfolgt, stellt es kein Problem dar, die Anmeldung des Seminars- oder Lehrgangs nachträglich durchzuführen, auch wenn der Kurs schon begonnen hat.

Die weiteren Schritte von der Bewilligung der Förderung bis zur Weiterbildung, also der konkreten Maßnahme, lassen sich wie folgt aufschlüsseln:

  • Dem Institut, bei dem die Weiterbildung erfolgen soll, wird der Spargutschein vorgelegt, dieses überprüft ihn auf seine Richtigkeit. Danach werden der Titel der Weiterbildungsmaßnahme, das Anfangsdatum der Weiterbildung und die gesamten Kosten auf dem Spargutschein vermerkt. Achtung: Zwischen Entnahmezeitpunkt des Geldes und der Zahlung der Seminargebühr dürfen nach dem Gesetz nur drei Monate liegen.
  • Die Auszahlung des Geldes für die Finanzierung einer Weiterbildung erfolgt über das Kreditinstitut, bei welchem die geförderten Geldanlagen einliegen. Am besten sollte man sich vorab über die Auszahlungsmodalitäten informieren.
  • Kommt die vereinbarte Weiterbildungsmaßnahme nicht zustande, muss dies vom Bildungsinstitut schriftlich bestätigt werden. Der Spargutschein lässt sich auch mit anderen Fördermaßnahmen kombinieren. Darunter fallen alle Förderungen aus dem Bereich ESF-Finanzierung, also beispielsweise der Bildungscheck Nordrhein-Westfalen oder der Qualischeck Rheinland-Pflalz.
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