Weiterbildung: Steuern sparen

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Foto: Thomas Meinert / pixelio.de

Fast jeder Arbeitnehmer wird im Laufe seiner Karriere eine an einer Fort- oder Weiterbildung teilnehmen. Weiterbildungen sind heute wichtiger denn je, schließlich arbeiten die meisten nicht ihr ganzes Leben im selben Betrieb und auch die Anforderungen an das eigene Jobprofil wachsen, beziehungsweise es kommen neue hinzu. Gerade weil Weiterbildungen inzwischen zum essenziellen Bestandteil vieler Jobs und Arbeitnehmer geworden sind, werden sie auch auf verschiedene Weise gefördert. Eine der einfachsten Methoden der Förderung, die fast immer wirksam gemacht werden kann, ist die steuerliche Absetzbarkeit von Bildungskosten.

Was genau zählt zur Weiterbildung?

Wer sich für eine Weiterbildung im Job entscheidet, kann verschiedene Dinge von der Steuer absetzen. Dazu gehören beispielsweise Arbeitsmittel oder ein zweiter Haushalt am Bildungsort, wenn die Weiterbildung nicht am eigentlichen Wohnort erfolgen kann. Doch zunächst ist es wichtig zu wissen, wann es sich überhaupt um eine Weiterbildung handelt, die dazu berechtigt steuerliche Vorteile geltend zu machen.

Weiterbildung gilt als Fortführung oder Wiederaufnahme des Bildungswegs nach der ersten Bildungsphase. Beispiele hierfür sind ein Zweit- oder Aufbaustudium oder eine Umschulung. Allerdings fallen auch Sprachkurse, Rhetorikseminare oder das Meisterseminar in den Bereich Weiterbildung. 

Was kann von der Steuer abgesetzt werden?

Beim Finanzamt können viele Kosten, die bei einer Fort- oder Weiterbildung entstehen, steuerlich geltend gemacht werden. Dazu zählen:

  • Arbeitsmittel: Fachliteratur, Büromaterial, aber auch Büroeinrichtung und eine Studientasche können als Bildungskosten abgesetzt werden. Ist der Betrag für eine Anschaffung höher als 487,90 Euro, wird diese über Monatsraten während der Nutzungsdauer abzuschreiben.
  • Arbeitszimmer: Insgesamt können hier 1.250 Euro jährlich als Werbungskosten bei der Steuer geltend gemacht werden. Ebenfalls gilt diese Förderung bei Weiterbildungen während einer Arbeitslosigkeit oder Elternzeit.
  • Bildungskredite: Wird ein Kredit aufgenommen, um Weiterbildungsmaßnahmen zu finanzieren, können die Kosten und Zinsen im Zahlungsjahr von der Steuer abgesetzt werden.
  • Fahrtkosten: Bei Vollzeitunterricht, zum Beispiel bei einem Studium oder einer Umschulung werden zwei Fördermöglichkeiten unterschieden: Regelmäßige Fahrten zwischen Bildungs- und Wohnort werden mit 30 Cent pro Kilometer verrechnet. Bei unregelmäßigen Fahrten werden Fahrt-, Unterbringungs- und Verpflegungskosten wie bei einer „nebenberuflichen Weiterbildung“ geregelt. Auch Fahrten zu Lerngemeinschaften werden so vergütet.
  • Kursgebühren u. Ä.: Lehrgänge, Studium, Nachhilfe und Vorträge u. a. können als Weiterbildungsmaßnahmen Förderung erhalten.
  • Nebenberufliche Weiterbildung: Hier wird unterschieden nach Fahrtkosten, Unterbringungskosten und Verpflegungskosten. Bei den Fahrtkosten werden 30 Cent pro Kilometer erstattet, ebenso die Ticketkosten für öffentlich Verkehrsmittel. Bei der Unterbringung zählt die Rechnung ohne die Verpflegungskosten. Bei diesen wird innerhalb der ersten drei Monate eine Verpflegungspauschale gezahlt, außer die Bildungseinrichtung wird nur bis zu zwei Tagen pro Woche besucht, dann wird die Pauschale längerfristig gezahlt. Ab 8 Stunden Abwesenheit vom Wohnort werden 6 Euro erstattet, ab 14 Stunden 12 Euro und bei einer ganz- oder mehrtägigen Abwesenheit 24 Euro.
  • Zweiter Wohnort (Bildungsort): Hier werden die Fahrtkosten einer Heimfahrt pro Woche mit 30 Cent pro Kilometer gezahlt sowie die Miete und die Verpflegungspauschale in den ersten drei Monaten.
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Die Bildungsprämie

Arbeitnehmer, die unter einer Einkommensgrenze von 25.600 Euro (alleinstehend) oder 51.200 Euro (Lebenspartner, -gemeinschaft) liegen, wird für ihre Fort- und Weiterbildung eine Förderung von der Hälfte der Kosten vom Bund gewährt. Darunter fallen Kurs-, Seminar- oder Lehrgangsgebühren, die maximale Fördermenge liegt bei 500 Euro. Die zweite Kostenhälfte, welche vom Arbeitnehmer übernommen wird, kann zusätzlich von der Steuer abgesetzt werden. 

Arbeitgeber überzeugen

Genauso, wie das Finanzamt von der Relevanz der Weiterbildungen überzeugt werden muss, um Förderungen zu erhalten, muss auch der Arbeitgeber vom Nutzen überzeugt werden. Es muss deutlich werden, dass der Arbeitnehmer seine neu erworbenen Fähigkeiten nicht für die Bewerbung bei einer anderen Firma nutzen, sondern sie gewinnbringend für die jetzige Firma einsetzen will. Wer also eine neue Sprache lernen möchte, sollte eine wählen, die zu den Kunden und Klienten der Firma passt. Kooperiert das Unternehmen beispielsweise mit chinesischen Partnern, ist das Erlernen von Chinesisch sinnvoll.

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