Überbetriebliche Umschulung

Würfel
Foto: Sebastian Staendecke (ideas-ahead.de) / pixelio.de

Eine Umschulung kann aus verschiedensten Gründen notwendig oder sinnvoll werden. Oft sind Arbeitnehmer mit ihrer Qualifizierung nicht mehr auf dem Arbeitsmarkt gefragt oder sie können aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ihren ursprünglichen Beruf ausüben. Um sich neu auf dem Arbeitsmarkt zu platzieren, bietet sich eine Umschulung an. Dort gibt es verschiedene Varianten. Eine davon ist die überbetriebliche Umschulung.

Generell handelt es sich bei einer Umschulung um eine verkürzte und komprimierte Ausbildung. Die Länge der Umschulung richtet sich demnach nach der Länge der Ausbildung. Bei einer dreijährigen Berufsausbildung beträgt die Umschulungszeit beispielsweise 24 Monate. 

Die überbetriebliche Umschulung

Eine überbetriebliche Umschulung erfolgt nicht in einem Ausbildungsbetrieb, sondern bei einem Bildungsträger, welcher auch als Bildungsförderwerk bezeichnet werden kann. Die Umschulung erfolgt in Übungswerkstätten oder –firmen. Das Umschulungskonzept enthält auch praktische Lernphasen in Form von Praktika. Die Bildungsförderwerke bieten, wenn sie sich nicht am Wohnort befinden zumeist auch eine Internatsunterbringung an.

Der überbetriebliche Ausbildungspart ist auch Teil des dualen Ausbildungskonzeptes. Zusätzlich zur betrieblichen Ausbildung oder Umschulung werden überbetriebliche Maßnahmen durchgeführt. Dies geschieht vor allem, wenn im Ausbildungsbetrieb nicht die nötigen Maschinen und Fachkräfte vorhanden sind, um bestimmte Ausbildungs- und Umschulungsinhalte zu vermitteln. Um aber eine vollständige Ausbildung mit allen vorgeschriebenen Inhalten zu gewährleisten, wird dieser Teil an einen Bildungsträger ausgelagert.

Durch die zunehmende Spezialisierung und Komplexität der Ausbildungsinhalte können die Betriebe nicht mehr die vollständige Ausbildung in allen Bereichen des Berufes leisten. Deshalb sind überbetriebliche Bildungsträger gefragt, die diese Inhalte vermitteln können.

Als vervollständigender und ergänzender Teil der Umschulung müssen diese Seminare oder Kurse auch verpflichtend besucht werden. Wer sich diesen überbetrieblichen Maßnahmen verweigert, verweigert die Arbeit generell, was zu einer fristlosen Kündigung führen kann. 

Der Nutzen der überbetrieblichen Umschulung auf einen Blick:

  • Systematisierungsfunktion: Die betriebliche Umschulung wird so vereinheitlicht und systematisiert. Alle bekommen die gleichen Ausbildungsinhalte vermittelt, sind also gleich hoch qualifiziert.
  • Ergänzungsfunktion: Die hohe Produktions- und Dienstleistungsfunktion erfordert die Ergänzung der im einzelnen Betrieb vermittelbaren Inhalte.
  • Transferfunktion: In kleinere und mittlere Unternehmen werden so neue Technologien transferiert. Gleichzeitig sind so schon Fachkräfte mit dem nötigen Wissen über diese Technologien vorhanden.

 

Finanzierung der überbetrieblichen Umschulung

Die Bildungsträger verlangen für die Umschulung eine Ausbildungsvergütung. Meist beträgt diese mehrere Hundert Euro im Monat. Um diese Summe plus die eigenen Lebenserhaltungskosten aufbringen zu können, muss oft Hilfe von außen angenommen werden. Anlaufstellen für eine finanzielle Unterstützung für die Umschulungsmaßnahme sind beispielsweise die Agentur für Arbeit oder die Rentenversicherung.

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