Betriebliche Umschulung

Buntstifte
Foto: Andrea Kusajda / pixelio.de

Arbeitnehmer müssen im Laufe ihres Berufslebens so einige Hürden nehmen, die durch einen veränderten Arbeitsmarkt oder veränderte Lebensumstände auf sie zukommen. Sei es durch den Wechsel der Arbeitsstelle oder eine Krankheit. Um einen komplett neuen Weg einzuschlagen, bietet es sich meistens an eine Umschulung zu machen. Es gibt verschiedene Umschulungstypen, eine davon ist die betriebliche Umschulung. 

Wie verläuft eine betriebliche Umschulung?

Eine betriebliche Umschulung kommt der klassischen Ausbildung am nächsten. Die betriebliche Umschulung erfolgt hierbei dual, das heißt in einem Ausbildungsbetrieb und im Berufsschulunterricht.

Das duale Umschulungssystem verläuft nach dem Berufsbildungsgesetz BbiG. Der Teilnehmer absolviert die betriebliche Umschulung in einem Ausbildungsbetrieb, ähnlich wie ein Auszubildender. Parallel dazu wird der Berufsschulunterricht an einer staatlichen Berufsschule vor Ort besucht. Der Besuch einer Berufsschule ist nicht verpflichtend, wird aber für die betriebliche Umschulung empfohlen.  

Für wen ist die betriebliche Umschulung geeignet?

Wer eine betriebliche Umschulung oder eine andere Umschulungsart machen möchte, muss sich schon im Berufsleben befinden. Das heißt über eine abgeschlossene Ausbildung oder Berufserfahrung verfügen. Die Zielgruppe für betriebliche Umschulungen sind vor allem Arbeitnehmer, die schon längere Zeit nicht mehr arbeiten können. Beispielsweise, weil der erlernte Beruf nicht mehr gefragt ist. Hier bietet sich dann eine betriebliche Umschulung an.  

Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es für eine betriebliche Umschulung?

Die Kosten für die betriebliche Umschulung werden üblicherweise von einem Leistungsträger, beispielsweise dem Arbeitsamt oder den Jobcentern übernommen. Im Schnitt kostet eine Umschulung circa 36.000 Euro. Inklusive der Lebenserhaltungskosten des Umschülers. Außerdem werden sämtliche weitere Kosten übernommen, zum Beispiel für die Unterbringung an einer weiter entfernten Schulungsstelle oder die Sozialversicherung. 

Welche Anlaufstellen gibt es für eine betriebliche Umschulung?

Wer eine Umschulung machen möchte, sollte sich auf kompetente Ansprechpartner verlassen können. Erste Anlaufstellen sind immer die Agentur für Arbeit oder die Jobcenter.

Die Arbeitsagenturen bieten auch immer wieder Sonderprogramme für Umschüler an. Beispielsweise Qualifizierungskurse für die Umschulung. In solchen Qualifizierungskursen werden die Umschulungsteilnehmer auf die betriebliche Umschulung oder eine andere Umschulungsart vorbereitet. Erste Grundkenntnisse werden dabei erlernt und vor allem das Lernen in einer Schule wird den Arbeitnehmern wieder nähergebracht. Dieses ist schließlich nicht immer einfach, wenn man jahrelang gearbeitet und nicht gelernt hat.

Betriebliche Umschulung als Wiedereingliederungsmaßnahme

Gerade Arbeitnehmer, die durch eine Krankheit nicht mehr ihren Beruf ausüben können, denken oft daran, eine betriebliche Umschulung zu machen. Das ist aber nur eine mögliche Maßnahme. Es gibt ein betriebliches Eingliederungsmanagement, welches genau auf die Probleme dieser Arbeitnehmer abgestimmt ist. Die betriebliche Wiedereingliederung (BEM) umfasst verschiedene Maßnahmen, darunter fällt auch eine betriebliche Umschulung. Das Ziel der BEM ist es, die Arbeitsunfähigkeit zu überwinden. Neben der betrieblichen Umschulung umfasst die BEM verschiedene Maßnahmen. Etwa medizinische Kuren, Belastungserprobung, Arbeitstherapie oder Vorbeugungsmaßnahmen.

Anzeige

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.