Übergangsgeld

Brücke
Foto: daniel stricker / pixelio.de

Übergangsgeld – eine Leistung der Rentenversicherung

Die Deutsche Rentenversicherung ist nicht nur die Pflichtversicherung für Arbeitnehmer und zahlt Altersrenten, Witwen- und Witwerrenten und Waisenrenten.

Dies ist zwar ihre wichtigste Aufgabe. Aber sie ist auch bestrebt, die bei ihr versicherten Arbeitnehmer möglichst lange im Arbeitsleben zu halten. Deshalb sorgt sie für Rehabilitationsmaßnahmen, wenn diese zur Rückgewinnung und zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit erforderlich sind. Dazu können auch Umschulungsmaßnahmen gehören, wenn die bisherige Tätigkeit nicht mehr ausgeübt werden kann. Die Rentenversicherung trägt nicht nur die Kosten der Maßnahme, und sie sorgt auch für den Lebensunterhalt während dieser Maßnahmen, wenn die Entgeltfortzahlung des Arbeitgebers im Krankheitsfalle abgelaufen ist und auch die Krankenkasse oder andere Träger nicht zuständig sind. Diese Geldleistung während der Rehabilitations- oder Umschulungsmaßnahme wird Übergangsgeld genannt.  

Voraussetzungen für das Übergangsgeld

Unmittelbar vor Beginn der Rehabilitation oder Umschulung müssen Sie Arbeitseinkünfte erzielt und Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt haben. Wurde zuvor Krankengeld von der Krankenkasse bezahlt, wird das Übergangsgeld ebenso bewilligt. Auch hier müssen für das Arbeitseinkommen vor Beginn der Krankengeldzahlung Beiträge zur Rentenversicherung geleistet worden sein.

Anspruch auf Übergangsgeld haben also nur Arbeitnehmer, die bei der Deutschen Rentenversicherung versichert sind. In anderen Fällen, beispielsweise bei nicht rentenversicherungspflichtigen Personen, wird es nicht gezahlt, es sei denn, sie können beispielsweise über berufsständische Versorgungswerke, an die sie Beiträge bezahlen, vergleichbare Leistungen erhalten. 

Höhe des Übergangsgeldes

Das Übergangsgeld beträgt für Versicherte ohne Kinder 68 Prozent des letzten Nettoarbeitsentgeltes. Ist ein Kind mit Kindergeldanspruch vorhanden, erhöht es sich auf 75 Prozent. Bei Selbstständigen errechnet es sich aus 80 Prozent des Einkommens, das der Beitragszahlung für das letzte Kalenderjahr vor Beginn der Leistung zugrunde lag.

Auch Arbeitslose erhalten das Übergangsgeld auf der Basis des vor der Arbeitslosigkeit erzielten beitragspflichtigen Entgelts. Dies gilt allerdings nicht beim Bezug von Arbeitslosengeld II. Hier zahlt der Träger der Grundsicherung seine Leistungen weiter.

Falls während des Bezugs von Übergangsgeld Arbeitsentgelt bezogen wird, mindern diese Einkünfte das Übergangsgeld. Dies dürfte aber nur selten vorkommen. 

Antragstellung

Der Antrag auf Bewilligung des Übergangsgeldes muss beim Träger der Maßnahme, also in diesem Falle bei der Deutschen Rentenversicherung, gestellt werden. Dazu ist auch eine Verdienstbescheinigung des Arbeitgebers erforderlich. Spätestens, wenn die Leistungen von Arbeitgeber, Krankenkasse oder Arbeitsagentur auslaufen, wird sich die Rentenversicherung mit der Rehabilitation oder Umschulung befassen, wenn sie dadurch die Rentenzahlung vermeiden kann. Doch sollte man schon vorher den Antrag stellen, wenn man dadurch die Chance erhält, wieder arbeiten zu können.

Bei der Antragstellung sind die örtlichen Rentenberater der Deutschen Rentenversicherung ebenso behilflich. Auch bei den Krankenkassen können Informationen dazu eingeholt werden.

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