Bildungskredit: Umschulung privat finanzieren

Sparbuch
Foto: Claudia Hautumm / pixelio.de

Gibt es wirklich keine Förderung?

Bildung, Ausbildung und Weiterbildung kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Geld, das oft nicht vorhanden ist. Trotzdem sollte man nicht verzichten. Der erste Schritt ist die Prüfung, ob nicht doch eine staatliche Förderung möglich ist. Beispiele dafür sind das BAfög für Auszubildende und Studenten, aber auch für die Meisterausbildung. Eventuell kann man vermögenswirksame Anlagen auflösen, ohne die staatliche Förderung zu verlieren. Nicht vergessen werden sollte auch die Anfrage bei der Agentur für Arbeit. Wenn Arbeitslosigkeit droht, ist auch sie eventuell bereit, etwas zur notwendigen Weiterbildung oder Umschulung beizutragen. Falls man schon im Berufsleben steht, hat eventuell auch der Arbeitgeber Interesse an einer Weiterbildung und beteiligt sich an den Kosten.

Doch wenn das alles nicht zutrifft? Wenn die Gewährung von BAfög beispielsweise daran scheitert, dass eigenes Vermögen vorhanden ist, das aber nicht für die Bildungsmaßnahme eingesetzt werden kann? Dann hilft eben nur die Finanzierung aus eigenen Mitteln, und wenn diese nicht ausreicht, dann bleibt nur die Möglichkeit, einen Kredit aufzunehmen. 

Ratenzahlung

Bildungsmaßnahmen lassen sich eventuell auch in der Form von Ratenzahlungen bezahlen. Dann muss nicht auf einen Schlag eine große Summe aufgebracht werden, was ja meist auch noch im Voraus zu meistern ist. Durch die Verteilung auf die Laufzeit der Maßnahme können die Raten dann aus dem laufenden Einkommen, so dieses ausreicht, bezahlt werden.

Allerdings sollten die Kosten der Ratenzahlung bekannt sein. Sie ergeben sich aus der Differenz zwischen der Summe der zu zahlenden Raten und dem Betrag, der bei einer einmaligen Ausgabe zu zahlen wäre. Manche Bildungseinrichtungen lassen sich die Ratenzahlung nämlich sehr gut bezahlen. Dann ist es günstiger, sich einen Bankkredit zu verschaffen und die Ratenzahlung nicht in Anspruch zu nehmen.

Kredite für Aus- und Weiterbildung

Wenn das laufende Einkommen zur Tilgung eines Kredits ausreicht oder Sicherheiten gestellt werden können, ist jede Bank gerne bereit, einen Kredit zu gewähren. Es lohnt sich, die Angebote verschiedener Banken zu vergleichen und das günstigste Angebot auszuwählen. So kann eine Weiterbildung finanziert und der nächste Karriereschritt geplant werden.

Doch was tun, wenn die Bank mangels Sicherheit den Kredit nicht gewähren will? Eventuell vermittelt das Bildungsinstitut einen Kredit. Und dann gibt es eventuell noch die Möglichkeit, sich diesen privat, beispielsweise bei den Eltern, zu beschaffen. 

Bildungskredit

Eine weitere Möglichkeit steht Schülern und Studenten in fortgeschrittenen Ausbildungsphasen zur Verfügung. Die Bundesregierung hat den sogenannten Bildungskredit initiiert. Er umschifft die Klippe, die die Banken durch die Forderung nach einem geregelten Einkommen oder nach Sicherheiten aufgebaut haben und die Schüler und Studenten oft nicht umgehen können.

Voraussetzungen dafür sind unter anderem, dass der Bewerber höchstens 35 Jahre alt ist und dass es sich um eine anerkannte Berufsausbildung oder ein Studium handelt. Dann können die letzten beiden Ausbildungsjahre oder ein Studium ab bestandener Zwischenprüfung durch diesen Kredit finanziert werden. Dagegen ist der Bildungskredit nicht vom eigenen Einkommen oder vom Einkommen von Eltern und Ehegatten abhängig. 

Der Antrag für den Bildungskredit

Für die Antragstellung ist das Bundesverwaltungsamt Abteilung IV Bildungskredit in Köln zuständig. Kreditgeber ist die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW. Der zinsgünstige Kredit beträgt maximal 7.200 Euro und kann in monatlichen Raten von 100 Euro, 200 Euro oder 300 Euro ausgezahlt werden. Sollen einmalige Ausgaben damit abgedeckt werden, kann er auch zur Hälfte als Abschlag im Voraus ausgezahlt werden.

Die Zinsen sind variabel und richten sich nach dem EURIBOR, einem Geldmarktzins. Bis zum Beginn der Tilgung werden die Zinsen gestundet. Die Rückzahlung beginnt vier Jahre nach der ersten Auszahlung in monatlichen Raten von 120 Euro; sie kann aber auch jederzeit ganz oder teilweise erfolgen.

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