Der Bildungsgutschein

Fernrohr
Foto: Rike / pixelio.de

Insbesondere geringer Qualifizierte haben Probleme, wenn sie ihren Job wechseln müssen, beispielsweise krankheitsbedingt oder weil ihre Stelle gestrichen wurde. Wenn die Chancen einen neuen Job zu finden in einem Berufsfeld besonders schlecht sind, wird meistens durch eine Umschulung die Aussicht auf dem Arbeitsmarkt wieder verbessert. Für die Finanzierung bietet sich der Bildungsgutschein an.

Umschulungsmaßnahmen kosten Geld. Die Finanzierung einer Umschulung sollte allerdings kein Hemmnis darstellen: Es gibt viel Unterstützung durch die Agentur für Arbeit. Beispielsweise durch einen Bildungsgutschein. 

Die Bundesagentur für Arbeit

Viele Menschen sträuben sich vor einem Gang zur Bundesagentur für Arbeit. Meistens, weil sie eine falsche Vorstellung von dieser Institution haben. Sie setzen sie oft mit den Jobcentern gleich und denken dabei an mediengemachte Szenarien von unmotivierten Sachbearbeitern, kilometerlangen Schlangen und keine Chance auf Fördermittel, wie zum Beispiel den Bildungsgutschein.

Die Realität in der Agentur für Arbeit sieht oft anders aus. Die Agentur für Arbeit ist für Empfänger von Arbeitslosengeld I zuständig und arbeitet rechtlich gesehen nach dem Sozialgesetzbuch III. Das räumt den Mitarbeitern der Arbeitsagentur mehr Spielraum ein, als den Mitarbeitern der Jobcenter. Auch stehen im Verhältnis zur Arbeitsagentur mehr Fördermittel zur Verfügung. Das heißt also, die Chancen auf Finanzierungshilfen sind hier recht hoch. Wer sich für eine Umschulung und für eine Finanzierung über einen Bildungsgutschein interessiert, ist also bei der Agentur für Arbeit gut aufgehoben. Ein Tipp: Fördergelder immer am Anfang des Monats beantragen, denn da sind die Fördertöpfe noch voll. 

Der Bildungsgutschein

Der Bildungsgutschein stellt ein wichtiges Fördermittel der Bundesagentur für Arbeit dar. Die Förderung beruflicher Weiterbildung wird durch die Bildungsgutscheine unterstützt.

Früher wurden die Bildungseinrichtungen direkt vom Staat subventioniert, nun erfolgt dies gezielt über die Ausgabe von Bildungsgutscheinen an förderwürdige Arbeitnehmer und Auszubildende. Das heißt die Objektförderung (Förderung der Schule) wurde durch eine Subjektförderung (Förderung des Schülers) ersetzt. Der Bildungsgutschein trägt somit zur Sicherung von Bildung und qualifizierter Bildungsstätten bei. Diese stehen so nämlich vermehrt in einer Konkurrenz um fähige Lehrer.

Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt durch die Vergabe von Bildungsgutscheinen die gesamten Kosten einer Weiterbildung beziehungsweise einer Umschulung. Es werden auch eventuelle Fahrt- und Unterbringungskosten erstattet. Die Arbeitslosenbezüge werden auch weiterhin bezahlt, zusätzlich zum Bildungsgutschein. Es handelt sich dabei um eine „Kann-Leistung“; das heißt, der Arbeitnehmer muss argumentativ beweisen, dass es sinnvoll ist, seine Umschulung beziehungsweise Weitebildung durch einen Bildungsgutschein zu fördern.  

Das Vorgehen bei der Beantragung eines Bildungsgutscheins

Die wichtigste Frage hierbei ist, ob die Umschulung oder die Weiterbildung sinnvoll ist. Nur dann wird die Finanzierung über einen Bildungsgutschein gewährt.
Das heißt, die eigenen Arbeitsmarktchancen müssen sich durch die Umschulung wirklich verbessern oder es muss ein triftiger Grund vorliegen, warum der alte Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann. Hierzu zählt beispielsweise eine Krankheit.

  • Sammeln Sie Argumente: Umso mehr Argumente Sie für die Notwendigkeit einer Umschulung vorbringen können, desto eher wird Ihnen ein Bildungsgutschein gewährt. Was spricht alles dafür, dass Sie nach dieser Umschulung einen Arbeitsplatz bekommen? Dabei ist es auch wichtig, auf Gegenargumente des Sachbearbeiters eingehen zu können und diese zu entkräften. Und überlegen Sie, wie das weitere Vorgehen nach der Umschulung aussehen könnte. Tipp: Nehmen Sie einen Stichwortzettel mit den gesammelten Argumenten mit zum Gespräch über den Bildungsgutschein.
  • Haben Sie verschiedene Möglichkeiten parat: Um einen Bildungsgutschein zu bekommen, müssen Sie den Sachbearbeiter überzeugen. Dazu gehört auch, dass Sie sich vorab konkrete Gedanken über die Umschulung gemacht haben. Welche Umschulungen kommen für Sie infrage? Welche Schule möchten Sie besuchen und warum? Haben Sie immer mehrere Wege parat und legen Sie sich nicht zu genau fest.
  • Alles schriftlich: Um im Streitfall etwas zur Hand zu haben, sollte alles, was besprochen und abgemacht wird, schriftlich festgehalten werden. Das betrifft sowohl die konkreten Umschulungsmaßnahmen als auch die Zusicherung des Bildungsgutscheins.
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Ein Gedanke zu „Der Bildungsgutschein

  1. André

    Ich müsste hier einmal von meinem Fall berichten von 2013, als ich Ende 2012 arbeitslos wurde (zuvor 4 Monate Krankgeschrieben wegen Neurodermitis) bin ich zum Entschluss gekommen, mit fast Ende 20, noch einmal einen neuen Beruf zu ergreifen bzw. eine Umschulung anzufangen. Ich hatte mich an ein sehr bekanntes Institut mich beworben für die Umschulung vom Fahrzeuglackierer zum IT – Anwendungsentwicklung. Ich hatte eine mündliche und eine schriftliche Zusage von der Schule das man mich sehr gerne Umschulen würde. (Wohl gemerkt ich wurde wegen meinem Talent das diesem Institut bekannt war genommen) Dann ging ich mit dem Schreiben zur Agentur für Arbeit, ich war zu diesem Zeitpunkt ALG I Bezieher und das erst 3 Monate von 12 Monaten. Leider wurde mir bei der Agentur für Arbeitlos gesagt, das es für mich keinen Bildungsgutschein gebe, da ich schon im Besitz von einem Beruf bin und meine Krankheit noch geklärt werden müsse von einem Amtsarzt. Als ich von Amtsarzt begutachtet wurde stellte er NICHTS fest. Ich bin körperlich gesund wurde mir attestiert. Meine 2 Ärzte die ich vorher konsultiert hatte und danach, sehen das Gegenteil vorhanden. Physische Problem, unter anderem Haut (Neurodermitis und Allergien), kaputte Schulter und seit meiner Kindheit durch meinen motorischen Schrifttfehler ist meine Wirbelsäule gekrümmt leicht und nicht mehr voll belastbar. Pyschische Probleme unter anderem Depressionen. Bis heute kann ich und meine Familie es nicht fassen, natürlich sagte man mir später ich hätte gerichtlich klagen können. Das ist zwar richtig, aber mittlerweile muss ich sagen, muss ich nun jedesmal im Leben klagen um Recht zu bekommen? …Das kostet Zeit unter Umständen Geld und Nerven und Kraft, dazu ist nicht jeder in der Lage. Zudem hatte ich schon klagen müssen wegen einer Kündigung im Krankheitsfall im Jahr zu vor. Jeder Mensch der mich sehen würde, bräuchte keine Sekunde um zu erkennen das ich nicht gesund bin. Das sieht man mir an weil ich Neurodermitis auch direkt an den Augenliedern, dann sieht man es an der Hand und am Arm. (Je nach Gefühlslage), meine Schulter ist verformt sowie meine Wirbelsäule. Die Unterschung vom Amtzarzt war auch unter Kanonen, das hätte jeder Laie selbst machen können. Arm heben und senken, ein paar mal Kniebeuge und Körpergewicht und Größe. Das war die Untersuchung.

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