Vom Drogeriemarkt ins Stellwerk

Umschulung Schleckert Stellwerk
Weichen für weitere Karriere gestellt: Schlecker-Mitarbeiter werden umgeschult. Foto: Andreas Morlok / pixelio.de

Bedingt durch die Insolvenz des Schlecker-Konzerns verloren im Juni 2012 fast 23.000 Mitarbeiter der Drogeriemarkt-Kette ihre Arbeitsplätze. Einige von ihnen werden nun in Stellwerken der Deutschen Bahn umgeschult.

Medienberichten zur Folge war die Situation unmittelbar nach der Schlecker-Pleite für viel ehemalige Mitarbeiter zunächst aussichtslos: Eine Ex-Mitarbeiterin von Schlecker berichtet „der Welt“, sie hätte 100 Bewerbungen geschrieben – ohne Erfolg.

Stellwerk als Alternative zu Kindergarten und Altenheim

Um den ehemaligen Schlecker-Angestellten eine Perspektive zu geben, versuchte die Bundesregierung deswegen diese für Berufe umzuschulen, in denen derzeit Fachkräftemangel herrscht. Zunächst wurden Pläne von Bundesarbeitsministerin von der Leyen bekannt, die vorsahen, die zumeist weiblichen Angestellten als Erzieherinnen und Altenpflegerinnen einzusetzen.

Umschulungs-Pilotprojekt der Bahn

Hilfe kommt auch vonseiten der Deutschen Bahn. Das Unternehmen startete ein Pilotprojekt, indem die Ex-Schleckerangestellten zu Fahrdienstleitern und Weichenwärtern umgeschult werden. Neben der sozialen Verantwortung steht für die Deutsche Bahn dabei im Vordergrund. Das Unternehmen hat in den genannten Bereichen extremen Nachholbedarf, der durch die verkürzte Ausbildung in kürzester Zeit aufgeholt werden kann. Vier Monate dauert die Umschulung zum Weichenwärter, sieben zum Fahrdienstleiter. Die reguläre Ausbildung dauert normalerweise zweieinhalb Jahre. Dies würde deswegen möglich, weil die umgeschulten Fachkräfte nur in speziellen Stellwerktypen eingesetzt würden, sag der NRW-Beauftragte der Bahn Reiner Latsch gegenüber „der Welt“.

Wer Neues wagt, der gewinnt?

Obwohl inzwischen 55 Prozent der ehemaligen Schleckermitarbeiter in NRW einem neuen Arbeitsverhältnis oder einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme sind, kämpft die Politik aktuell immer noch mit den Auswirkungen der Konzern-Pleite. Ulrich Käser, Chef der Duisburger Arbeitsagentur, lobt deswegen gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger die Flexibilität der Umgeschulten: Er ermunterte auch andere Arbeitssuchende den Mut dafür aufzubringen etwas Neues zu wagen.

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