Ausbildung: Jeder Vierte bricht ab

Die Quote der Ausbildungsabbrecher steigt
Die Quote der Ausbildungsabbrecher steigt in Deutschland. Foto: SPÖ Landtagsklub / pixelio.de

Immer weniger Auszubildende schließen ihre Lehre auch ab. Besonders oft schmeißen Azubis im Gastgewerbe hin, währen die Abschlussquote in der Verwaltung wesentlich höher ist. Auch regional sind die Unterschiede groß: Besonders viele Abbrecher gibt es in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.

24,4 Prozent der Deutschen Azubis brachen ihre Lehre 2011 ab, das geht aus einer Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB) hervor. Damit erreicht die Quote der Abbrecher den bislang höchsten Stand seit der Wiedervereinigung. Absolut wurden ca. 150.000 Ausbildungsverhältnisse aufgelöst.

Unterschiede in Branchen und Bundesländern

Unterschiede lassen sich dabei sowohl in Bezug auf Branchen als auch Bundesländer feststellen: Während im Süden des Landes die Abbrecherquote mit rund 20 Prozent recht niedrig ist, liegen die Quoten in Berlin und Brandenburg deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Fast jeder dritte Auszubildende bricht hier seine Lehre ab.

Noch weiter klaffen die Zahlen auseinander, wenn sie nach Branchen aufgeschlüsselt werden. Weit vorne liegt die Gastronomie, hier bricht je nach Job jeder Zweite ab. Ebenfalls hohe Abbrecherquoten gibt es bei Ausbildungen, die körperlich anstrengend sind wie Umzugshelfer und Gebäudereiniger. Am seltensten brechen hingegen Verwaltungsangestellte ihre Ausbildungen ab. Auch Medienfachangestellte und Elektroniker gehören zu den Berufsbildern, bei denen die Ausbildung meist bis zum Ende durchgezogen wird.

Wenn abgebrochen wird, dann meist in der Probezeit

Interessant ist außerdem die Zeit des Ausbildungsabbruchs. So wird rund ein Drittel aller Lehren noch innerhalb der Probezeit abgebrochen. Desto weiter die Ausbildung fortgeschritten ist, desto seltener kommt es in der Regel zum Abbruch. Nach zwei Jahren Lehre brechen nur noch 8,9 Prozent der Azubis ab.

Reaktionen von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite

Diese Zahlen sind zwar alarmierend, jedoch nicht als absolut zu sehen. So bedeutet eine Vertragsaufhebung noch nicht zwingend einen tatsächlichen Abbruch der Ausbildung. In vielen Fällen würden junge Leute ihre Ausbildung in einem anderen Betrieb fortsetzen. Sagte der Präsident der Deutschen Industrie und Handelskammer, Hans Heinrich Driftmann, „der Welt“. Als Gründe für eine Aufhebung des Ausbildungsverhältnisses nennt Driftmann, Probleme mit dem Arbeitgeber aber auch, dass oft der Beruf falsch gewählt sei.

DGB-Vizechefin Ingrid Sehrbrock appellierte im Interview mit „der Welt“ hingegen besonders an jene Branchen in denen es viele Abbrecher gibt, an Attraktivität und Ausbildungsqualität zu arbeiten.

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