Volontariat

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Die Kommunikationsbranche hält vielfältige Berufsmöglichkeiten bereit. Genauso vielfältig sind die Wege in diese Jobs. Wer sich allerdings für Publik Relations (PR) oder Journalismus interessiert, kommt meistens nicht um ein Volontariat herum.

Unter „Volontariat“ wurde früher eine gesetzlich nicht geregelte Ausbildungsform im kaufmännischen oder karitativen Bereich verstanden. Heute wird mit einem Volontariat meistens die Journalisten-Ausbildung bezeichnet. Im kaufmännischen Bereich wurde der Begriff Volontariat durch den des Trainees ersetzt. Als Volontäre werden, neben den Auszubildenden im Journalismus, auch junge Menschen bezeichnet, die einen Freiwilligendienst leisten. Meistens geschieht dies nach dem Abitur. Hier werden aber keine konkreten Ausbildungsinhalte vermittelt.

Was ist ein journalistisches Volontariat?

Diese journalistische Ausbildung ist seit 1990 in einem Tarifvertrag geregelt. Zumindest, was das Volontariat bei Verlagen anbelangt, die Mitglied beim Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger sind. Volontariats-Dauer, Gehalt und Ausbildungsinhalte sind festgelegt. Diese Rahmenbedingungen garantieren den Volontären eine nützlich ergänzende Ausbildung, die sie für die weitere journalistische Ausbildung in verschiedenen Bereichen qualifiziert.
In Buchverlagen und bei PR-Agenturen ist das Volontariat nicht in ähnlicher Form geregelt. Hier hängt der Ablauf und Inhalt des Volontariats von der Agentur oder dem Verlag im Einzelnen ab.

Durch die geregelte Ausbildung sind auch Volontariats-Kurse und Seminare in die Ausbildung integriert. Diese werden an Journalistenakademien oder Schulen absolviert und sind fester Bestandteil des Volontariats. Bei großen Verlagen werden die Kurse auch innerbetrieblich angeboten. 

Das Volontariat bei Verlangen

Ein Redaktions-Volontariat im Print- bzw. Onlinebereich dauert zwischen 12 und 24 Monaten. Während dieser Zeit durchläuft der Volontär die verschiedenen Abteilungen im Verlag oder in der Fernseh- und Rundfunkanstalt. Hat ein Verlagshaus verschiedene Medien unter einem Dach, dann bekommt der Volontär meist auch eine breit gefächerte crossmediale Ausbildung.
Das Volontariat umfasst die Ausbildung in mindestens drei Ressorts. Beim klassischen Volontariat sind die Ressorts Politik und Lokales verpflichtend. Darüber hinaus kann der Volontär mindestens einen zusätzlichen Bereich wählen – beispielsweise Sport oder Kultur. 

Das Volontariat bei Fernseh- oder Rundfunk

Auch in öffentlich-rechtlichen Fernseh- oder Rundfunkanstalten richtet man sich weitestgehend nach dem Tarifvertrag. Das Volontariat dauert meistens 18 Monate und umfasst bis zu 10 verschiedene Stationen im Sender. Private Sender hingegen halten sich nicht unbedingt an die tariflichen Vorgaben, sodass Gehalt, Dauer und Inhalt des Volontariats erheblich variieren können. 

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bewerbung

Verlage und Sender erwarten häufig eine abgeschlossene Hochschulausbildung. Vorzugsweise in Germanistik oder Journalistik, da die Deutsch in Wort und Schrift perfekt beherrscht werden muss. Gute Fremdsprachenkenntnisse, besonders in Englisch, werden ebenfalls häufig vorausgesetzt. Eine bestimmte Studienrichtung ist grundsätzlich aber kein Muss. Gerne gesehen sind, neben Germanisten, Politikwissenschaftler, aber auch mit einem betriebswirtschaftlichen oder medienwissenschaftlichen Studium sind die Chancen auf einen Volontariats-Platz nicht zwingend schlechter. Es kommt dabei ganz auf den Bereich und das Medium an – zumindest, wenn die anderen Voraussetzungen erfüllt werden.

Fehlende Praxiserfahrung hingegen ist ein Ausschlusskriterium. Praktika und freie Mitarbeit werden meistens erwartet.

Weitere Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bewerbung auf ein Volontariat sind

  • Teamfähigkeit
  • Gute Auffassungsgabe
  • Stressresistenz, gut unter Druck arbeiten zu können
  • Gespür für interessante Themen und die richtigen Fragen
  • Gutes Allgemeinwissen in Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport

In die Bewerbungsmappe gehören:

  • Zeugnisse (Abiturzeugnis, Hochschul- oder Fachhochschulzeugnis)
  • Zeugnisse von ehemaligen Arbeitgebern (Praktika, freie Mitarbeit)
  • Lebenslauf
  • Anschreiben und Motivationsschreiben
  • Arbeitsproben
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