Traineeprogramm

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Foto: Hofschlaeger / pixelio.de

Den Berufseinstieg über ein Traineeprogramm gibt es schon seit rund 30 Jahren. Zuerst war das Programm auf Banken beschränkt, heute gibt es Traineestellen in fast allen Bereichen: Ingenieure, Manager, Marketingspezialisten sind nur einige Jobs, bei denen ein Traineeprogramm zum Einstieg für Absolventen angeboten wird. Traineeships als Einstieg in den Beruf anzubieten, das hat sich in vielen Unternehmen mittlerweile bewährt. Vor allem größere Firmen bilden so ihre späteren Führungskräfte aus. Ein Traineeprogramm dauert dabei, je nach Ausrichtung, zwischen einem und zwei Jahren.

Das Gehalt eines Trainees liegt mit durchschnittlich 2.000 Euro im Monat, weit unter dem eines Absolventen, der direkt in den Berufseinstieg wählt. Das Jahresgehalt eines Trainees kann man in der Regel ganz gut an der Unternehmensgröße festmachen:

  • Bei einem Unternehmen mit unter 100 Mitarbeitern liegt es zwischen 10.000 und 30.000 Euro
  • Bei einem Unternehmen mit 100 bis 1.000 Mitarbeitern liegt es zwischen 30.000 und 40.000 Euro
  • Bei einem Unternehmen mit über 1.000 Mitarbeitern liegt es zwischen 40.000 und 50.000 Euro

 

Für wen ist ein Trainee gedacht?

Der Berufseinstieg über ein Traineeprogramm eignet sich eigentlich für jeden. Zwar sollten auch Trainees schon wissen, was sie von ihrem Berufsleben erwarten, dennoch lässt das Trainee Zeit, um sich auszuprobieren und seine Stärken und Schwächen auszuloten. Da es ganz verschiedene Arten des Trainees gibt, ist auch für jeden Bachelorabsolventen der passende Berufseinstieg dabei. Und entgegen vieler Vorurteile handelt es sich beim Trainee nicht nur um ein langes Praktikum. Die Unternehmen investieren oft viel Geld in die Ausbildung ihrer Trainees und wollen sie so zu gewinnbringenden Mitarbeitern ihres Unternehmens ausbilden.
Auch Geistes- und Sozialwissenschaftler haben mittlerweile gute Chancen eine Trainee-Stelle zu finden, dennoch sind viele Trainees auf Studiengänge aus den Bereichen Jura, Wirtschaft und Naturwissenschaften ausgerichtet.

Die Traineeprogramme können generell in drei Phasen eingeteilt werden. Die Einführungs-, Qualifizierungs- und die Spezialisierungsphase. 

Trainee: verschiedene Perspektiven

  • Ziel Führungskarriere: Das Management-Traineeship bereitet Dich speziell auf eine Karriere in der Führungsetage eines Unternehmens vor. Als Management-Trainee durchläufst du verschiedene Abteilungen und wirst mit Seminaren in Rhetorik, Führungskompetenz und anderen wichtigen Inhalten geschult.
  • Ziel Fachkarriere: Das Programm zum Fach-Trainee bildet spezialisierter aus. Durch die Fixierung auf einen bestimmten Bereich oder eine Abteilung des Unternehmens erhältst Du eine fachlich fundierte Ausbildung.
  • Ziel Generalist: Bei projektbezogenen Traineeprogrammen arbeitest Du an verschiedenen Projekten mit und durchläufst dadurch auch unterschiedliche Abteilungen. Je länger ein Projekt dauert, desto intensiver wirst du in einen Bereich eingeführt. Dennoch spezialisierst Du Dich als Projekt-Trainee vor allem auf einen Arbeitsbereich.

 

Pro Einstieg als Trainee

  • Überblick über das gesamte Unternehmen
  • Trainee wird zum Allrounder
  • Gute Chancen auf Übernahme

Praxiserfahrung ist für den Berufseinstieg sehr wichtig. Arbeitgeber erwarten von den Bewerbern, dass sie nicht nur theoretisches Wissen mitbringen, sondern auch gelernt haben dieses Wissen in der Praxis umzusetzen. Eine gute Grundlage für den Berufseinstieg.

In das Traineeprogramm sind Workshops und Weiterbildungsseminare integriert. Von den Kenntnissen und Erfahrungen, die dort gesammelt werden, profitierst du also auch, wenn du später nicht von der Firma übernommen wirst.

Kontra Einstieg als Trainee

  • Ein Traineeprogramm ist nur sinnvoll, wenn eine weitere Beschäftigung im Unternehmen in Aussicht gestellt wird
  • Zeit bis zum richtigen Berufseinstieg verlängert sich
  • Kein Einstieg als „vollwertiges“ Mitglied im Unternehmen

Wer sich für eine Traineestelle entscheidet, muss bei der Auswahl des Unternehmens einiges beachten. Nicht alle bieten eine seriöse Traineesusbildung an. Absolventen sollten sich nicht unter Wert verkaufen. Die Weiterbildungsangebote in der Firma müssen den eigenen Vorstellungen entsprechen, genauso wie das Ausbildungsziel, welches gemeinsam mit dem Unternehmen festgelegt wird. Generell ist es bei kleineren Firmen eher schwierig, zu netzwerken und verschiedene Abteilungen kennenzulernen. Hier angebotene Traineestellen solltest Du also eher meiden.

Durch die ständige Rotation im Unternehmen werden Trainees oft nicht mit komplexeren Projekten betraut. Sie übernehmen also weniger Verantwortung und erhalten häufig nur kurz einen Einblick in die jeweilige Arbeitssituation.

Mit der Schaffung einer Traineestelle besteht für das Unternehmen nicht die Pflicht, den Trainee auch zu übernehmen. Nach dem Traineeship musst Du Dich also eventuell wieder auf Jobsuche begeben. Eventuelle musst Du Dir dann die Frage gefallen lassen, warum Du nach dem Trainee nicht im Unternehmen übernommen wurdest. Trainees sind also nur sinnvoll, wenn sie tatsächlich der Schulung dienen und Du nicht nur als billige Arbeitskraft eingesetzt wirst. In den meisten Unternehmen laufen die Traineeprogramme inzwischen aber seriös ab und es wird tatsächlich nach geeigneten Fachkräften gesucht. Oft werden Trainees sogar verpflichtet, nach dem Programm zwischen zwei und fünf Jahren für das Unternehmen zu arbeiten. Obwohl derartige Verträge einerseits Sicherheit bieten, ist auch hier Vorsicht geboten: Wenn Dir die Arbeit in der Firma also doch nicht gefällt, kannst Du nicht so einfach kündigen. Oft erwartet das Unternehmen dann eine Rückerstattung der Traineekosten.

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