Direkteinstieg

Direkteinstieg Beruf
uschi dreiucker / pixelio.de

Für alle Uniabsolventen stellt sich nach Ende des Studiums die schwere Frage nach dem geeigneten Berufseinstieg. Nach ihrem Abschluss entscheiden sich viele Absolventen für einen Direkteinstieg in den Beruf. Als Pluspunkt für den Direkteinstieg werden vor allem die praktischen Vorteile, wie mehr Geld oder ein geregelter Aufgabenbereich gesehen. Dies bedeutet aber nicht, dass dein unmittelbarer Einstieg in das Berufsleben für jeden die beste Wahl ist.

Wer ist für den Direkteinstieg geeignet?

Der Direkteinstieg in den Job eignet sich vor allem für Absolventen, die sich schon im Studium auf einen Bereich spezialisiert haben. Hierzu zählen zum Beispiel Studiengänge wie Informatik, Maschinenbau, Ingenieursstudiengänge oder Architektur. Geisteswissenschaftler hingegen fehlt es oft an praktischen Erfahrungen, da die meisten Studiengänge in diesem Bereich eher theoretisch orientiert sind. Deshalb sind sie für konkrete Jobangebote der Unternehmen weniger geeignet. Diese wollen ihren Kunden schließlich eine Dienstleistung bieten und ihnen bei Fragen und Problemen kompetent zur Seite stehen. Ohne Praxiserfahrung kann dies von Absolventen kaum geleistet werden. 

Pro Direkteinstieg

Wenn sich die Möglichkeit bietet, direkt in den Beruf einzusteigen so hat dies viele Vorzüge gegenüber klassischen Einstiegsprogrammen wie beispielsweise dem Traineeship:

  • Höheres Gehalt als bei klassischen Einstiegsstellen
  • Viel Verantwortung
  • Gleichberechtigtes Teammitglied im Unternehmen

Das Gehalt ist beim Direkteinstieg um bis zu zehn Prozent höher als zum Beispiel bei einer Volontariatsstelle. Das liegt daran, dass der Direkteinstieg meist über eine Festanstellung im Unternehmen erfolgt und die Verantwortung die, die Absolventen im Job tragen, von Anfang an viel höher ist als bei einer anderen Einstiegsmöglichkeit.

Nach einer kurzen Einarbeitungsphase wird der Absolventen, der einen Direkteinstieg gewählt hat, meist sofort mit einem eigenen Projekt betraut. So viel Verantwortung kann ein Absolvent in Traineeposition nicht so rasch übernehmen. So kannst Du Dein Wissen und deine Fähigkeiten schnell unter Beweis stellen.

Das Aufgabengebiet ist bei Direkteinsteigern von Anfang an klar umrissen, da es keinen regen Wechsel zwischen den verschiedenen Firmenabteilungen gibt, wie beim Trainee, wo meist das Sammeln von Erfahrungen im Vordergrund steht. Ein Direkteinstieg ermöglicht es jungen Arbeitnehmern sich schnell in eine Abteilung und das Tagesgeschäft des Unternehmens zu gewöhnen. Sie werden also zu einem festen Bestandteil des Mitarbeiterstabs und sind gleichberechtigte Teammitglieder ihrer Abteilung.

Auch wenn der Direkteinstieg oft über einen befristeten Arbeitsvertrag erfolgt, ist die Chance nach Ablauf des Vertrages weiter beschäftigt zu werden recht hoch. Wer sich bereits Projekterfolge, vorzuweisen hat und durchgängig motiviert arbeitet, kann den Arbeitgeber oft von sich überzeugen und eine längerfristige Anstellung wird möglich. 

Kontra Direkteinstieg

Dennoch gibt es Argumente, die in manchen Fällen gegen einen direkten Einstig in den Job sprechen können:

  • Direkteinsteiger werden sozusagen ins kalte Wasser geworfen
  • Die große Verantwortung kann überfordern
  • Spezialisierung vermindert Flexibilität

Absolventen sollten über ihren Berufseinstieg gründlich nachdenken. Grundsätzlich wird der Einstieg über ein Traineeprogramm immer beliebter. Deshalb gibt es hier auch viele Stellenangebote, die genau auf die Bedürfnisse frischer Uniabgänger zugeschnitten sind. Absolventen, die zusätzlich zur Universität ein Traineeprogramm durchlaufen haben, können bei ihrem Arbeitgeber mit viel Praxiserfahrung glänzen – wer einen Direkteinstieg wagt, hat hier oft ein großes Defizit.

Grundsätzlich abgeraten werden kann von einem Direkteinstieg allerdings nie, denn er bietet immer eine große Chance, sich zu beweisen und seine Talente einzusetzen. Wenn du diesen Einstieg wählst, solltest Du Dir aber darüber bewusst sein, dass Du direkt ins kalte Wasser geworfen wirst. Obwohl es Dir eventuell an Praxiserfahrung in diesem Bereich fehlt, musst du von Anfang an Verantwortung für eigene Projekte übernehmen.

Der Direkteinstieg ist grundsätzlich für Menschen geeignet, die schon ziemlich genau wissen, in welche Richtung ihre Berufslaufbahn gehen soll. Durch die Eingrenzung auf einen Bereich, die durch einen Direkteinstieg erfolgt, wird somit ein Stück Flexibilität genommen. Obwohl das nicht immer zutrifft, kann man grundsätzlich sagen, dass Menschen die direkt in den Beruf einsteigen weniger zu Generalisten, als zu Spezialisten werden. Sollte einem der Bereich doch nicht gefallen, kann es nach einem Direkteinstieg schwer sein, noch einmal in einem komplett anderen Bereich Fuß zu fassen. Die Ausprobierphase fällt beim Direkteinstieg also weg. Dies bringt zwar ein gewisses Risiko mit, sollte jedoch nicht davor abschrecken, nach dem Studium unmittelbar in festen Job zu beginnen.

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