Beihilfe währdend des Refs

Bundestag
Peter Tuchscherer / pixelio.de

Juristen im Staatsdienst haben ausgesorgt – so das Klischee. Allerdings ist es bis dahin ein weiter Weg. Zunächst muss das Studium abgeschlossen und das erste Staatsexamen bestanden werden. Dann folgt das Referendariat, das zwei Jahre dauert und praktische Kenntnisse vermitteln soll. Abgeschlossen wird es mit dem zweiten Staatsexamen – welches in der Regel als das wichtigere für die spätere Karriere gilt.

Diese Regeln gelten nicht nur für Juristen, sondern auch andere Beamte in Staatsdiensten, etwa Lehrer. Erst mit dem zweiten Staatsexamen ist die Aufnahme in das Beamtenverhältnis, je nach dem Dienstherrn auch erst auf Probe, möglich. Auch andere Berufe, etwa der des Rechtsanwalts oder Notars, setzen das Bestehen des zweiten Staatsexamens voraus.

Wo kann ein Referendariat abgeleistet werden?

Grundsätzlich ist der Referendar frei in der Wahl des Ausbildungsortes. Meist wird dieser Ort zwar von persönlichen Parametern, etwa dem Wohnsitz der Eltern oder anderer Bezugspersonen, bestimmt, doch lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Beihilfen, die der Dienstherr während des Referendariats zahlt. Sie ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Eine Übersicht dazu finden Sie hier. 

Die Beihilfe

Das Schlusslicht bildet derzeit Hamburg mit 850 Euro im Monat. Thüringen dagegen führt die Spitze an. Es stellt die Referendare noch als „Beamte auf Widerruf“ ein und zahlt ihnen „üppige“ 1.244,42 Euro. Im Einzelfall können die Beihilfen aber auch höher liegen, etwa wenn ein Familienzuschlag gezahlt wird.
Die Beihilfe wird brutto ausgezahlt. Daher wird noch die Lohnsteuer einbehalten und, weil es sich bis auf Thüringen rechtlich um ein Angestelltenverhältnis handelt, auch Beiträge zur Sozialversicherung.

Der Dienstherr zahlt die Beihilfe, damit der Referendar sich ungestört seiner Ausbildung widmen kann. 

Anrechnung bei zusätzlichem Verdienst

Die Regelungen variieren zwar, grundsätzlich wird aber eine zusätzliche Vergütung ab einer bestimmten Höhe auf die Beihilfe angerechnet. Jede Nebentätigkeit muss daher auch zuvor vom Dienstherrn genehmigt werden. Die Regelungen sind von Bundesland zu Bundesland verschieden, auch hinsichtlich der Höhe der Anrechnung. In extremen Fällen kann die Beihilfe sogar ganz wegfallen. 

Beihilfe reicht nicht aus?

Ob ein Referendar mit der Beihilfe auskommen kann, steht wie auch bei den meisten Praktika und Traineeprogrammen nicht zur Debatte. Das gezahlte Gehalt soll lediglich als Unterstützung dienen. Der Dienstherr setzt darauf, dass sich der Referendar entsprechend anpasst. Dabei werden die unterschiedlichen Bedingungen, etwa der Wohnort in einer Großstadt mit höheren Mieten, meist nicht berücksichtigt. Auch Fachliteratur, Klausurenkurse und Repetitorien muss der Referendar in der Regel selbst finanzieren. 

Weitere Überlegungen

Die Wahl des Ausbildungsortes für das Referendariat kann zwar frei getroffen werden. Doch hinsichtlich des zweiten Staatsexamens sind noch weitere Überlegungen angebracht. Denn während das Referendariat noch relativ einheitlich absolviert werden kann, gibt es beim Staatsexamen Unterschiede. Meistens sind acht Klausuren zu schreiben. Berlin, Brandenburg und das Saarland verlangen nur sieben Klausuren, Sachsen dagegen neun und Bayern sogar elf. Manchmal bestehen Wahlmöglichkeiten, während in anderen Ländern alle Klausuren vorgegeben sind. Und dann sollte der Referendar auch die Erfolgsaussichten für das Bestehen des zweiten Staatsexamens in Betracht ziehen. Auch da sind die Unterschiede deutlich. Während in Hamburg und Baden-Württemberg die Durchfallquote bei etwa zehn Prozent liegt, ist sie in Bremen, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen doppelt so hoch.

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