Assessment Center

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Foto: Thomas Nestke

Nach einem ersten Vorstellungsgespräch oder direkt nach der Bewerbung folgt häufig die Einladung zum Assessment Center (AC). Ein AC soll dem einstellenden Unternehmen ermöglichen, unter mehreren Bewerbern diejenigen auszuwählen, die für die Anforderungen des Jobs am besten geeignet sind. Die Assessoren stellen hierzu die Teilnehmer in zumeist ein bis drei Tagen in einer Kombination aus Tests, Planspielen und Gesprächen vor verschiedene Aufgaben. Sie beurteilen neben den reinen Ergebnissen der Tests besonders das Verhalten in der Gruppe in Hinblick auf soziale Kompetenzen und die Authentizität der Kandidaten. Für Jobanwärter gilt es einige Dinge zu beachten, wenn sie das Assessment Center erfolgreich bewältigen wollen. 

Die optimale Vorbereitung

In der Vorbereitung sollten Sie sich mit den wichtigsten Unternehmens-, Produkt- und Branchendaten befassen. Wer sich im Vorfeld beim Unternehmen genau über die anstehenden AC-Aufgaben erkundigt, kann unnötigen Druck vermeiden und schon mal mit Freunden und Familie die Einzel- und Gruppenübungen trainieren – die Auskunft über das Testverfahren ist jedoch von Firma zu Firma unterschiedlich.

Zur optimalen Vorbereitung gehört auch, dass Sie ausgeschlafen und ausgeruht in das Assessment Center gehen – vor allem wenn es sich um ein mehrtägiges Auswahlverfahren handelt. Die Kleidung am Tag des AC sollte dabei zum Unternehmen passen und im Zweifelsfall eher etwas eleganter als zu leger sein.
Die am häufigsten Vorkommenden Übungen im AC sind Rollenspielen, Gruppen- und Einzelgespräche. Hier ist genaues Zuhören bei den Einweisungen von großer Bedeutung: jede Information kann wichtig sein. Nehmen Sie sich also genügend Zeit dafür, die Aufgaben und Instruktionen richtig zu verstehen und investieren Sie in Vorüberlegungen, um eine chaotische Arbeitsweise zu vermeiden. Bedenken Sie immer: Nur wenn Sie strukturiert und analytisch vorgehen, können Sie auch jene Aufgaben zufriedenstellend erledigen, die so konstruiert sind, dass eine 100%ige Bewältigung unmöglich ist. Diese Aufgaben erfordern vielmehr die Fähigkeit, Wichtiges von Unwichtigem und Dringliches von Aufschiebbarem zu unterscheiden. Arbeiten Sie also zielorientiert, indem Sie sich nicht zu lange von Details aufhalten lassen. Erwartet werden Entscheidungsfreude und unternehmerisches Denken. 

Die Aufgaben – worauf Sie achten sollten

Des Weiteren empfiehlt es sich, alle Aufgaben in gleicher Weise ernst zu nehmen. Selbst wenn nicht alle Übungen von den Personalverantwortlichen gleich gewichtet werden, hinterlassen Nachlässigkeiten keinen guten Eindruck. Wenn es trotz aller Anstrengung bei einer Aufgabe mal nicht so gut klappt, versuchen Sie Ruhe zu bewahren. Alle Aufgaben werden einzeln bewertet und Gelassenheit zahlt sich aus, wenn Sie sich voll auf die nächste Aufgabe konzentrieren können.
In Gruppenübungen, Einzelgesprächen und Selbstpräsentationen ist ein selbstbewusstes Auftreten gefragt. Große Zurückhaltung ist nicht angebracht, da die Assessoren nur das bewerten können, was sie von Ihnen sehen. Doch aufgepasst: arrogantes Verhalten oder die Eigenschaft, andere in den Hintergrund zu drängen, werden negativ bewertet. So ist bei Gruppenübungen das Äußern von Kritik zwar kein Tabu, doch sollten Sie es damit nicht übertreiben. Kritik am Unternehmen oder an der Organisation des Assessment Centers sind allerdings gänzlich fehl am Platz. Wenn Sie selbst Ziel von persönlichen Angriffen werden, vermeiden Sie aggressive Reaktionen, da es viel positiver bewertet wird, wenn Sie in Diskussionen sachlich und souverän bleiben.

Bei der Selbstpräsentation ist es ratsam, sich von den anderen Bewerbern abzuheben. Wer auf die gängigen Phrasen und Präsentationsformen verzichtet, hat gute Chancen als individuelle Persönlichkeit wahrgenommen zu werden. Seien Sie also kreativ, anstatt die Präsentationen anderer Bewerber zu kopieren. Aufkeimende Nervosität lässt sich dabei am besten mit Entspannungsübungen begegnen.

Die Assessoren bewerten neben dem Verhalten der Teilnehmer untereinander häufig auch das Verhalten in den Pausen, so dass kaum Ruhephasen entstehen. Achten Sie also auch außerhalb der Übungen auf gutes Benehmen. In diesem Zusammenhang raten viele Experten, sich nicht zu verstellen und stattdessen die eigene Persönlichkeit zu betonen. Erfahrenen Beobachtern falle gerade bei mehrtägigen Assessments schnell auf, ob sich jemand authentisch verhält oder nicht. Wer es trotzdem probiere, erziele allenfalls kurzfristige Erfolge. Nutzen Sie Ihre Energie daher besser für die anstehenden Aufgaben. 

Bleiben Sie authentisch

Hilfreich für einen authentischen und lockeren Eindruck sind Ruhe und geistige Fitness. Lassen Sie sich im Vorfeld daher nicht von zu viel Fachliteratur verwirren. Mindestens genauso bedeutend wie die Erfüllung der Aufgaben sind die persönliche Berufsmotivation und die Affinität zwischen Unternehmen und Bewerber. Versuchen Sie also Ihr persönliches Profil in der Weise herauszustellen, dass Sie jene Eigenschaften unterstreichen, die für die Arbeitsstelle von besonderer Bedeutung sind. Halten Sie zudem viel Blickkontakt mit Ihren Gesprächspartnern und demonstrieren Sie Interesse, indem Sie sich nach der Unternehmensvorstellung einige Fragen zum Unternehmen und zu der offenen Stelle einfallen lassen.

Assessment Center als Hindernis bei der Bewerbung?


Obwohl eine Assessment Center beim Auswahlprozess bei großen Unternehmen inzwischen fast Standard ist, wirkt es auf viele Bewerber eher abschrecken. Quelle: www.crosspro-research.com

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