Aussichten und Arbeitsmarkt

Es gibt nicht „die Eine“ Ausbildung, um im Umweltbereich tätig zu werden – es gibt zahlreiche. Viele junge Leute wissen gar nicht, wie viele Berufe es in diesem Bereich eigentlich gibt. Die Möglichkeiten sind zahlreich und die Tätigkeiten abwechslungsreich. Um eine Ausbildung zu absolvieren, die mit Umwelt, Natur, Biologie oder Physik zu tun hat, stehen Dir viele unterschiedliche Zweige zur Auswahl. In Zeiten von Klimawandel und Umweltschutz bilden sich neue berufliche Bereiche, in denen Du Karriere machen kannst. Bereits jetzt arbeiten rund zwei Millionen Menschen in der Umweltbranche – Tendenz steigend.

Vor allem im Bereich der erneuerbaren Energien herrscht Wachstum. So arbeiteten 382.000 Menschen 2011 in diesem Bereich. Damit hat sich die Anzahl der Beschäftigten, die 2010 noch bei 100.000 lag, mehr als verdreifacht. Das Ziel ist es, bis 2020 500.000 Stellen im Bereich der regenerativen Energie zu schaffen. Ähnlich sieht die Prognose auch für Berufe aus, die stärker naturwissenschaftlich ausgerichtet sind. Nach einer Umfrage mit über 200 Unternehmen wird in den nächsten fünf Jahren eine starke Anfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften erwartet.

Einsatzgebiete finden sich unter anderem in der Agrarwirtschaft, im Labor oder auch auf dem Bau. Die Einsatzmöglichkeiten sind also weder auf den Außen- noch auf den Innenbereich beschränkt. Je nachdem, wofür Du Dich mehr interessierst, kannst Du aktiv an und mit der Umwelt arbeiten oder Dich im Labor oder im Büro mit relevanten Themen beschäftigen. 

Voraussetzungen und Qualifikationen

Um in einem Umweltberuf Karriere zu machen, solltest Du auf jeden Fall eine Affinität zu den sogenannten MINT-Fächern, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik mitbringen. Interessierst Du Dich außerdem für Fragen der Umwelt und allem, was damit zusammenhängt, dann bist in dieser Branche genau richtig. Tätigkeiten liegen hauptsächlich im Bereich von technischen und handwerklichen Arbeiten, aber etwa im Labor solltest Du auch eine gute Beobachtungsgabe mitbringen. Je nach Tätigkeitsfeld sind auch mathematisch-logisches Denken, die Fähigkeit präzise Arbeitsanweisungen zu verstehen und Fremdsprachenkenntnisse oder Schwindelfreiheit von Bedeutung.

Bei der Frage nach dem geforderten Abschluss kommt es auf den konkreten Berufswunsch an. So reicht für die Ausbildung zum Schornsteinfeger in der Regel der Hauptschulabschluss währen Du um biologisch-technischen Assistenten zu werden, mindestens die mittlere Reife brauchst. Allgemein ist ein höherer Bildungsgrad immer von Vorteil. 

Berufswahl und Auswahl

Das Angebot an Umweltberufen ist unüberschaubar. Selbst eine grobe Einteilung ist aufgrund der Vielfalt kaum möglich. Generell wirst Du in Umweltberufen mit Tätigkeiten wie dem Anfertigen und Auswerten von Forschungsergebnissen, der Instandhaltung von technischen Geräten, der Steuerung und Kontrolle von technischen Mechanismen und der Minderung von Umweltbelastungen in Berührung kommen. Das ist jedoch von Branche zu Branche und Beruf zu Beruf unterschiedlich.

Zuallererst solltest Du dir auch überlegen, ob Du im Freien oder lieber in geschlossenen Räumen arbeiten willst. Außerdem lassen sich viele Berufe auch in technische und eher naturwissenschaftlich ausgeprägte Zweige unterteilen. Im Folgenden kannst Du dir die Bereiche exemplarisch einmal genauer betrachten.

Technische Ausrichtung

Bei Berufen mit technischer Ausrichtung stehen physikalische und mathematische Qualifikationen zwar im Vordergrund, aber auch Kenntnisse in anderen Naturwissenschaften sind von Vorteil. Neben technisch-handwerklichem Geschick werden Computerkenntnisse und oftmals auch Fremdsprachenkenntnisse erwartet. Ausbildungsmöglichkeiten sind unter anderem Elektroniker und Techniker mit einer umweltspezifischen Ausrichtung. Als Beispiel können hier die Ausbildungen zum Mechatroniker für Kältetechnik, zum Klimatechniker oder Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik genannt werden. Die drei Ausbildungen dauern jeweils dreieinhalb Jahre und werden dual absolviert. Einsatzgebiete finden sich etwa für Kältetechnik Mechatroniker, die Kältesysteme planen und warten, in Handwerksbetrieben oder auch in Krankenhäusern als Wartungspersonal.

Ausbildung zum Chemikant


Ausbildung zum Chemikant das hört sich nach Labor an; tatsächlich arbeitest du aber an der Schnittstelle von von Chemie und Technik.

Naturwissenschaftliche Ausrichtung

Hier liegt der Schwerpunkt auf den Naturwissenschaften wie Biologie, Physik und Chemie. Die Arbeit wird zumeist in Laboren durchgeführt, bedarf genauer Beobachtungsgabe und einer zuverlässigen, präzisen Arbeitsweise. In diesen Bereich fällt unter anderem der biologisch-technische Assistent (BTA). Die Ausbildungsdauer beträgt zwei bis drei Jahre und wird vorrangig schulisch durchgeführt. Arbeit finden die BTAs zum Teil in Umwelt- und Wasserämtern, aber auch in Forschungsinstituten. Sehr ähnlich sieht es auch bei der Ausbildung zum physikalisch-technischen Assistenten aus, der für die Auswertung von Untersuchungen im physikalischen Bereich zuständig ist. Auch diese Ausbildung ist schulisch und dauert je nach Betrieb und Schulabschluss zwischen zwei und vier Jahren. 

Weitere Bereiche

Neben den bereits erwähnten Berufen hält die Umweltbranche noch viele weitere Möglichkeiten für Dich bereit. Wenn Du Dich von den Tätigkeiten und Herausforderungen angesprochen fühlst, kannst Du dich in der Schule oder auf dem Arbeitsamt noch weiter beraten lassen um noch mehr über Ausbildungen im Umweltbereich zu erfahren.

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