Aussichten und Arbeitsmarkt

Die deutsche Druckindustrie ist ein immens wichtiger Industriezweig. Sie ist nicht nur Hersteller für Tageszeitungen und Bücher, sondern auch für viele weitere alltägliche Objekte. Etiketten, Schilder, Plakate, Eintrittskarten, sie alle müssen designt und gedruckt werden. Die Branche vereint demnach Kreativität, Technik und Marketing.

In dieser Branche hängt viel von der allgemeinen Wirtschaftslage ab, weswegen die Berufe zum Teil mit gewissen Risiken verbunden sind. Auch ist zu bemerken, dass die Beschäftigtenzahlen seit 2000 kontinuierlich sinken. In diesem Jahr gab es noch 222.891 Beschäftigte in der Druckindustrie. Bis 2011 ist dieser Wert auf 154.524 geschrumpft, also um 30,7 Prozent. Lass Dich dennoch nicht davon abhalten Dir die Branche genauer anzusehen, denn sie ist eine Nachlauf-Branche, das heißt, konjunkturell bedingte Schwankungen werden mit einer gewissen Verzögerung aufgenommen. Krisen bewirken einen sofortigen Rückgang bei Ausgaben, im Gegenzug werden diese erst wieder ausgebaut, wenn die Wirtschaftslage stabil ist. Daher lassen sich langfristige Prognosen für die Branche kaum stellen, jedoch ist zu verzeichnen, dass sich Anfang 2012 eine Umsatzsteigerung im Vergleich zu den Vorjahren erkennen ließ.

Die Medien- und Druckbranche hat trotz allem viel zu bieten, vor allem eine große Auswahl an attraktiven Ausbildungsmöglichkeiten. Allgemein lassen sich die Berufe in produzierende, kaufmännische und entwerfende Bereiche unterteilen. Wenn Du Dir noch unsicher bist, ob Du eher kreativ oder praktisch arbeiten möchtest, kannst Du Dir einmal eine Auswahl von Tätigkeiten exemplarisch ansehen. 

Voraussetzung und Qualifikation

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss festgelegt, aber Berufe in der Druck- und Medienbranche sind oft sehr beliebt. Daher kann es mit einem Hauptschulabschluss gegebenenfalls schwer werden, eine Ausbildung zu finden. Praktika sind sinnvoll um die Arbeit bereits vor der Ausbildung kennenzulernen und geben Dir Praxiserfahrung. Schulische Fächer, auf die besonders geachtet wird, sind vor allem Mathematik und Deutsch. Daneben spielt auch ein gewisses Talent für Technik eine Rolle.  

Kreativ-entwerfend

In diesem Bereich kannst Du mit kreativen Ideen punkten. Die Gestaltung von Text- und Bild ist für die unterschiedlichen Medienprodukte elementar. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten für Dich, um an gestalterischen Prozess teilzuhaben. Eine beliebte Ausbildung ist die des Digital- und Printmediengestalters in der Fachrichtung Konzeption und Visualisierung. Talent für Kreativität und Gespür für die Wünsche von Kunden sind in diesem Bereich ausschlaggebend. Weiterhin sind auch Fremdsprachenkenntnisse und ein Interesse für Kunst nützlich. Die Ausbildung dauert drei Jahre und wird dual vermittelt. Hauptsächlich wurden im Jahr 2010, mit einem Anteil 65 Prozent, Schüler mit der Hochschulreife für die offenen Stellen ausgewählt. Tätigkeitsfelder sind unter anderem Werbeagenturen und Verlage, wo angehende Mediengestalter Konzepte erstellen, Entwürfe visualisieren und ausarbeiten sowie Kundenaufträge analysieren.

Die Ausbildung zum Mediengestalter ist auch in den Fachrichtungen Gestaltung und Technik sowie Beratung und Planung möglich. Außerdem gibt es weitere Alternativen in Bereich Medien und Druck tätig zu sein, und zwar etwa als Grafikdesigner oder Gestalter für visuelles Marketing.  

Handwerklich-produzierend

Nach dem Entwurf steht der Druck, also die Produktion. Die Ausbildung zum Buchbinder dauert drei Jahre und wird dual gelehrt. Je nach Ausrichtung kommt es hier vor allem auf handwerkliches Geschick oder technisches Talent an. Dementsprechend sind Deine Aufgaben auch unterschiedlich. Entscheidest Du Dich für die Richtung Einzel- und Sonderanfertigung, dann lernst Du verschiedene manuelle Bindetechniken kennen. Anders sieht es bei der Spezialisierung der maschinellen Fertigung aus, denn hier wird Dir vermittelt, wie Du Produkte mithilfe von Maschinen und Geräten anfertigst. Arbeit finden Buchbinder zum Teil in Druckereien oder in Bibliotheken.

Wie bei vielen Tätigkeiten in der Medien- und Druckbranche sind auch hier Mathematikkenntnisse sehr wichtig. Bei Einstellungen wird zwischen den Fachrichtungen unterschieden. Bei der eher industriell geprägten Fertigung werden Schüler mit Abitur bevorzugt, wohingegen der Bereich Einzel- und Sonderanfertigung, hauptsächlich mit Abgängern der Haupt- und Realschule besetzt ist.

Ein ähnliches Tätigkeitsfeld findest Du als Medientechnologe für Druck. Bei dieser Ausbildung kommst Du auch mit unterschiedlichen Druckmaschinen und –verfahren in Berührung. Die Anforderungen jedoch sind die gleichen, wie auch bei der Ausbildung zum Buchbinder. Auch hier kommt es bei dem geforderten Bildungsniveau zu einer Aufsplittung zwischen den Bereichen Industrie und Handel einerseits sowie Handwerk andererseits. Für handwerklich ausgerichtete Tätigkeiten werden tendenziell eine größere Anzahl an Schülern mit Haupt- und Realschulabschlüssen eingestellt. 

Kaufmännisch

Nach der Konzeption und dem Druck fehlt noch der Vertrieb der fertigen Produkte. Es gibt eine Reihe an Berufen, die Du ergreifen kannst, wenn Du Dich für diese Richtung interessierst. Eine Möglichkeit ist die Ausbildung zum Medienkaufmann in Digital und Print. Ausbildungsdauer beträgt drei Jahre, geschult wird dual. Einsatzgebiete finden sich in Verlagen, der Verwaltung und dem Vertrieb. Zuständig sind Medienkaufleute für die Lohn- und Gehaltsabrechnung und für die Buchführung. Außerdem sind sie für den Erwerb und Verkauf von Rechten und Lizenzen zuständig. Kommunikation ist diesem Beruf sehr wichtig und somit auch Sprachkenntnisse, und zwar sowohl in Deutsch wie auch in Englisch. Für Kalkulationen ist auch wieder mathematisches Geschick von Bedeutung. 81 Prozent der 2010 eingestellten Auszubildenden in diesem Bereich bewarben sich mit der Hochschulreife. Mit dem Realschulabschluss haben bekamen 17 Prozent einen Ausbildungsplatz und nur 1 Prozent der Auszubildenden hatten einen Hauptschulabschluss.

Neben dieser Ausbildung gibt es auch noch weiter Möglichkeiten, wie etwa Kaufmann für Marketingkommunikation oder Industriekaufmann.

Wie Du siehst, gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Berufen in der Medien- und Druckbranche. Wenn Dein Interesse daran erwacht ist, kannst Du Dich etwa in der Schule oder beim Arbeitsamt nach weiteren Informationen erkundigen.

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