Aussichten, Chancen und Risiken

Die Informations- und Telekommunikationsbranche (ITK) bietet als zweitgrößter deutscher Arbeitgeber nach dem Anlagen- und Maschinenbau eine erfolgsversprechende Zukunft. Dieser Bereich ist maßgeblich an dem Wachstum der Wirtschaft beteiligt, denn Smartphones, Computer und Internetseiten sind gefragt wie nie. Deswegen konnte der Sektor die Zahl seiner Arbeitsplätze im Jahr 2011 auch auf einen bisherigen Höchstwert von 876.000 steigern. Im Vergleich zu 2010 ist das ein Anstieg von 28.000 festen Stellen. Dazu kommen noch 12.000 Menschen, die 2011 eine Ausbildung im IT-Bereich beendet haben.

Eine konkrete Definition der ITK-Branche ist nicht möglich, da keine einheitlichen Eingrenzungen existieren. Eine grobe Unterteilung ist laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) aber dennoch möglich: Unterschieden werden zum einen in die Medien- und zum anderen in die IT-Branche. Dort bieten sich Dir zahlreiche Ausbildungsmöglichkeiten. Bist Du daran interessiert innovative Ideen zu entwickeln, etwa für neue Computertechnologien, dann findest Du in diesem Bereich mit Sicherheit die richtige Ausbildung.

Die Einsatzgebiete der Branche sind zahlreich. So gibt es Berufsmöglichkeiten in Verlagen, in der Verarbeitung von Film- und Bildmaterial, beim Fernsehen oder im Radio, aber auch in der Hardwareberatung, bei Datenverarbeitungsdiensten und Ähnlichem. Die Berufe sind zum Teil miteinander verbunden, weswegen eine Einteilung in verschiedene Tätigkeiten nicht immer einfach ist. Aufgeteilt ist die folgende Auswahl an Möglichkeiten in den Informatik-, Elektro- und den kaufmännischen Bereich. Am besten siehst Du Dir die einzelnen Einsatzgebiete einmal genauer an. 

Voraussetzungen

Wie in den meisten Branchen ist kein besonderer Schulabschluss vorgeschrieben, um einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Jedoch sind die offenen Stellen in den sehr begehrt, weswegen Du um Dich im Wettbewerb durchsetzen zu können oftmals die Hochschulreife benötigst. Es ist ebenso möglich durch Praktika, am besten während der Schulferien, Erfahrungen zu sammeln und Dich so für Betriebe interessant zu machen.

Allgemein ist es gut, wenn Du bereits ein Grundverständnis für Technik mitbringst. Auf jeden Fall ist Interesse an den MINT-Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik wichtig. Dementsprechend wird bei Bewerbungen auch gezielt auf diese und ähnliche Schulfächer geachtet.  

Informatik

Hier gibt es die Möglichkeit Dich zum Fachinformatiker einmal in der Anwendungsentwicklung und des weiteren in der Systemintegration ausbilden zu lassen. Entscheidest Du Dich für die Richtung Anwendungsentwicklung, sollten deine Interessen breit gestreut sein. Denn Talent ist nicht nur im technischen Bereich, sondern auch im kaufmännischen gefragt. Die Dauer der Ausbildung beträgt drei Jahre, wobei Dir das nötige Wissen dual vermittelt wird. Der Schulabschluss spielt eine gewisse Rolle, denn 2010 hatten 60 Prozent der Schüler, die einen Ausbildungsvertrag erhielten, die Hochschulreife. Auf Jugendliche mit Hauptschulabschluss entfielen hingegen nur 4 Prozent der Stellen. Interesse und Kenntnisse in Mathematik sind gefragt, ebenso wie Technikverständnis und die Fähigkeit zum logischen Denken. Dennoch haben Fachinformatiker auch Kundenkontakt, weswegen auch auf Kommunikationsfähigkeit Wert gelegt wird.

Was sind Deine Tätigkeitsfelder in der Anwendungsentwicklung? Das Programmieren und die Entwicklung von Software stehen im Vordergrund der Ausbildung. Abgerundet werden diese Aufgaben durch das Testen und Anpassen bestehender Programme. Arbeit findest Du zwar hauptsächlich in der IT-Branche, aber auch andere Wirtschaftszweige benötigen Fachinformatiker.

Bei der Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration begegnen Dir ähnliche Inhalte und Aufgaben. Der Schwerpunkt liegt hier jedoch auf der Verwaltung und Einrichtung von IT-Systemen. In dieser Spezialisierung haben Schüler mit der mittleren Reife eine größere Chance einen Ausbildungsplatz zu ergattern. Hier beläuft sich die Zahl der Einstellungen der Realschulabhänger auf 39 Prozent. Hauptschüler wurden auch hier nur zu 5 Prozent eingestellt.  

Elektronik

Wenn Du Dich vorrangig für Maschinen und elektrische Anlagen interessierst, ist diese Richtung vielleicht etwas für Dich. IT-System-Elektroniker sind die Einzigen in der IT-Branche, denen es erlaubt ist, elektronische Arbeiten an den Anlagen auszuführen. Deine Aufgabe besteht vor allem darin, Geräte und Maschinen aufzustellen und in Betrieb zu nehmen. Dazu gehört auch die Installation von Hard- und Software. Außerdem werden Kunden über die Nutzungsmöglichkeiten ihrer Anlagen beraten. Die duale Ausbildung dauert drei Jahre. Chancen stehen besonders für Schüler mit der mittleren Reife gut, diese erhielten 2010 mit 69 Prozent den Großteil der offenen Ausbildungen.

Mathematikkenntnisse sind auch hier notwendig, ebenso wie Interesse an Informatik und Technik. Bei der Ausbildung besteht die Möglichkeit, gleich eine bestimmte Richtung einzuschlagen. Du kannst Dich auf Endgeräte, Computersysteme, Festnetze, Funknetze und Sicherheitssysteme spezialisieren.

Kaufmännisch

Der kaufmännische Bereich kommt in der ITK-Branche nicht zu kurz. So bietet sich Dir etwa die Möglichkeit, Dich zum Informatikkaufmann ausbilden zu lassen. Neben dem Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen, der Arbeit mit Menschen und Englischkenntnissen wird auch in diesem Bereich technisches Verständnis vorausgesetzt. Arbeit findest Du mit dieser Ausbildung in Unternehmen, die Informations- und Kommunikationssysteme für ihre Geschäfte nutzen. Dort bist Du dann unter anderem für die Beratung einzelner Fachabteilungen zuständig, ermittelst den Bedarf an IT-Systemen und kümmerst Dich um die Anschaffung. Bevorzugt wurden 2010 Schulabgänger mit der Hochschulreife eingestellt. Die Prozentzahlen liegen bei 56 Prozent. Auch hier haben Hauptschulabsolventen geringe Chancen, denn nur vier Prozent der Ausbildungsplätze wurden durch sie besetzt. Die Ausbildung dauert drei Jahre und wird dual unterrichtet. 

Weitere Möglichkeiten

Dies ist nur eine kleine Auswahl an Möglichkeiten, die Du im ITK-Bereich hast. Des weiteren kannst Du Dich etwa zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste ausbilden lassen, oder auch Mediengestalter für Digital und Print sind in der ITK-Branche gefragt. Interessiert dich diese Branche, kannst Dich in der Berufsberatung oder bei deiner Schule auch nach Alternativen erkundigen.

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