Zunächst wird man bei Berufen im Bereich Gesundheit und Kosmetik an den Arzt und den Apotheker denken. Beides sind akademische Berufe, die nicht nur ein gutes Abitur, sondern auch noch ein längeres Studium voraussetzen. Doch im Gesundheitsbereich gibt es weit mehr Berufe, die sich auch Bewerbern mit einem mittleren oder Hauptschulabschluss zur Auswahl anbieten.

Der Gesundheitssektor boomt. Zwar wird überall von den Kosten geredet. Aber an der Gesundheit sparen – das liegt den meisten Menschen fern. Was gesetzliche Vorsorge nicht gewährleisten kann, das wird durch private Vorsorge ergänzt. Und da die Menschen immer älter werden und trotzdem fit bleiben und gut aussehen wollen, wird der Bereich Gesundheit und Kosmetik auch weiterhin ein Wachstumsmarkt sein. 

Vielfältige Berufe auch ohne Studium

Es sind nicht allein die pflegerischen Berufe, die in diesem Sektor zu finden sind. Auch wer zwar Interesse am Gesundheitssektor hat, aber sich diesen Berufen nicht gewachsen fühlt, findet noch eine reichhaltige Auswahl. Wie wäre es beispielsweise mit einem der Assistenzberufe für Klinik oder Praxis? Auch im therapeutischen Bereich gibt es Möglichkeiten, die kein Studium erfordern. Und ohne die medizinisch-technischen Berufe wären Ärzte und Krankenhäuser überhaupt nicht in der Lage, sich richtig um die Patienten zu kümmern.

Pflegerische Berufe

Die Krankenschwester und der Krankenpfleger sind bekannte Berufe. Doch sie stellen relativ hohe Anforderungen an die Schulbildung. Doch geht es auch eine Stufe niedriger. Für den Krankenpflegehelfer und die Krankenpflegehelferin sind die Hürden nicht so hoch. Und wer sich hier in der Praxis bewährt, dem fällt es später vielleicht leichter, den nächsten Karriereschritt zu machen. Erfahrene Kräfte werden auch oft automatisch mit von der Ausbildung her höher qualifizierten Berufen gleichgestellt.

Besonders gesucht sind die Fachkräfte für die Altenpflege, Altenpfleger und Altenpflegerin. Auch hier gibt es die Altenpflegehelferin und den Altenpflegehelfer. Und auch Hebamme und Entbindungspfleger sollen nicht vergessen werden, auch wenn in diesem Bereich der Bedarf geringer ist.

Assistenzberufe

Früher hießen sie Arzthelferin und Arzthelfer, heute lautet die amtliche Bezeichnung Medizinische Fachangestellte oder Medizinischer Fachangestellter. Entsprechendes gilt für den Bereich des Zahnarztes. Die neue Bezeichnung deutet die Aufwertung an, die diese Berufe erfahren haben. Längst gehört es nicht mehr nur zu den Aufgaben dem Arzt zu assistieren. Vielmehr muss der gesamte Ablauf in einer Arztpraxis organisiert werden. So sind Kompetenzen in der Bürokommunikation genauso gefragt wie der gute Umgang mit Menschen. 

Therapeutische Berufe

Hier dürfte der bekannteste Beruf der der Physiotherapeutin und des Physiotherapeuten sein. Zuständig sind sie für die Krankengymnastik, beispielsweise bei der Regeneration nach Unfällen oder bei der Behandlung von längerer Zeit an das Bett gefesselten Patienten in Krankenhäusern oder Altenheimen.

Diesem Bereich sind auch die Berufe des Diätassistenten, des Ergotherapeuten, des Logopäden, des Podologen und des Masseurs zuzuordnen. 

Medizinisch-Technische Berufe

In diesem Bereich finden sich interessante Berufe wie Rettungsassistent, die bei Notfalleinsätzen unentbehrlich sind. Auch der Desinfektor der Medizinische Dokumentar gehört dazu, Berufe also, bei denen nicht der Kontakt mit Patienten im Vordergrund steht. Die Technisierung der Medizin brachte weitere spezielle Berufe mit sich: Medizinisch-Technische Assistenten für Funktionsdiagnostik, für das Labor oder für die Radiologie. Auch der Pharmazeutisch-Technische Assistent, früher einmal Apothekenhelfer genannt, gehört dazu.

Verwaltungsberufe

Ausbildung, die man beispielsweise aus Industriebetrieben kennt, sind auch im Gesundheitsbereich zu finden. Dazu zählt beispielsweise die die kaufmännische Ausbildung im Gesundheitswesen, die sich um die Beschaffung des täglichen Bedarfs kümmert, oder der Sozialversicherungsfachangestellte, der die Mitglieder der Krankenkassen betreut oder Arztabrechnungen bearbeitet.
 

Handwerksberufe

Dem Gesundheitssektor zuzuordnen sind auch weitere Berufe, die handwerkliches Geschick erfordern. Zu erwähnen ist beispielsweise der Augenoptiker oder der Chirurgiemechaniker, der Hörgeräteakustiker oder der Laborant. Auch die Zahntechnik gehört dazu, und der Elektroniker für Geräte und Systeme kann sich auf die Wartung und die Reparatur medizinischer Geräte konzentrieren.

Ernährung, Kosmetik, Heilpraktiker

Auch diese Berufe haben mit der Gesundheit und dem Wohlbefinden der Menschen zu tun, auch wenn sie nicht zum klassischen Bereich der Schulmedizin gezählt werden. So kann sich der Ernährungsberater um die richtige Ernährung beispielsweise bei bestimmten Erkrankungen und Allergien kümmern. Es kann aber auch ganz einfach um die Beratung von Menschen gehen, die ihr Körpergewicht reduzieren wollen.

Die Kosmetik ist ein Bereich mit Milliardenumsätzen, der mehr oder weniger intensive Beratung der Kundinnen, oft auch der Kunden, erfordert. Sie findet heute meist in Apotheken, Drogerien, Fachgeschäften oder Abteilungen großer Kaufhäuser statt. Oft geht es auch um die indirekte Beratung, also um die Beratung von Friseuren oder Kosmetikerinnen, die diese Mittel bei ihren Kunden anwenden.

Nicht zu vergessen ist auch der Besuch beim Heilpraktiker, den viele Menschen dann in Betracht ziehen, wenn sie sich von der Schulmedizin schlecht behandelt fühlen. Oft finden sie hier die Zuwendung, die wichtiger als Medikamente zu einer Heilung beitragen kann. Doch gehören auch umfangreiche Kenntnisse dazu, wenn man diesen Beruf verantwortlich ausüben möchte.
 

Fernausbildung, Beschäftigung

Für die meisten der hier vorgestellten Berufe im Gesundheitssektor gibt es eine geregelte Ausbildung, die mit einer Abschlussprüfung vor einer neutralen Instanz, beispielsweise der Industrie- und Handelskammer, endet. Einige können aber auch als Zusatzausbildung angeboten sein, oder es ist möglich, die Ausbildung neben dem Beruf im Rahmen eines Fernstudiums oder in Abend- und Wochenendkursen zu absolvieren.

Vielfältig sind auch die Beschäftigungsmöglichkeiten. Während die einen Berufe eine geregelte Arbeitszeit während des Tages bieten, sind die anderen mit Schichtarbeit, auch während der Nachtzeit und an Wochenenden, verbunden. Wieder andere können dagegen mit eigener freier Zeiteinteilung verbunden sein. Ebenso gibt es – neben der klassischen Tätigkeit als Angestellter oder Angestellte – auch die Möglichkeit, sich selbstständig zu machen und so Arbeitszeit und Verdienst selbst zu bestimmen. Voraussetzung ist natürlich, dass sich die dazu passenden Kunden finden lassen.

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