Aussichten, Chancen und Risiken

Soziale Berufe erfahren momentan einen regelrechten Nachfrageboom – vor allem examinierte Pflegekräfte werden händeringend gesucht. Eine Auslastung des Arbeitsmarktes in diesem Bereich ist bislang nicht in Sicht. Im Gegenteil: Der Bedarf wird an Fachkräften in den nächsten Jahren weiter ansteigen. Mit einer Ausbildung hast Du deswegen sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Soziale Berufe im Bereich Erziehung und Bildung sind klassische Ausbildungsberufe, die in den letzten Jahren wieder Konjunktur haben. Die Besonderheit der sozialen Berufe ist, dass sie alle den Menschen in den Mittelpunkt stellen und unter anderem deshalb sehr vielfältig sind. In sozialen Berufen ist kein Tag wie der andere und die Menschen, die hier arbeiten, müssen sehr flexibel und belastungsfähig sein.

Der demografische Wandel in Deutschland führt dazu, dass vor allem Betreuung und Pflege älterer Menschen eine zunehmend wichtigere Rolle in der Gesellschaft spielt. Fachkräfte in Pflegeberufen werden deswegen dringend gesucht. Doch auch Bildung und Erziehung nehmen weiterhin einen wichtigen Platz ein. Begünstigt werden die Jobaussichten vor allem dadurch, dass immer häufiger auch Frauen Vollzeit arbeiten und somit eine Vollzeitbetreuung für die Kinder in Anspruch genommen wird. Soziale Berufe, wie Sozialpädagogische Assistenten, Förderlehrer und Erzieher haben deshalb eine gute berufliche Zukunft vor sich.

Obwohl sich die einzelnen sozialen Berufe natürlich stark unterscheiden, so haben sie doch auch einiges gemein:

  • Der Mensch steht im Mittelpunkt der Arbeit
  • Die Jobmöglichkeiten sind vielfältig, zum Beispiel in Krankenhäusern, Schulen oder Pflegeeinrichtungen
  • Sie leisten einen wichtigen Beitrag in unserer Gesellschaft
  • Es gibt zahlreiche Ausbildungsmöglichkeiten mit verschiedenen Schwerpunkten

 

Ausbildung im Bereich Pflege

Um einen Ausbildungsplatz in einem sozialen Beruf zu bekommen, wie beispielsweise dem Sozialbetreuer, ist die Grundvoraussetzung ein Hauptschulabschluss, manchmal wird auch die Mittlere Reife verlangt. Die Ausbildung dauert zwei Jahre und kann in den Bereichen sozialpädagogische Assistenz, Sozialassistenz oder Sozialbetreuer sowie zum Sozialhelfer erfolgen. Ein typischer Arbeitsplatz findet sich zum Beispiel in der Assistenz von Kinderkrankenschwestern, in Kinderkrippen oder in Altenheimen.

Die Pflege fällt ebenfalls unter die Oberkategorie „soziale Berufe“. Hier gibt es spezielle Ausbildungen, die auch Spezialisierungen auf verschiedene Bereiche der Pflege zulassen.

Der Begriff „Pflegekraft“ versammelt unterschiedliche Ausbildungsberufe unter einem Oberbegriff. Darunter fallen beispielsweise Kranken- und Gesundheitspfleger sowie Kinder- und Altenpfleger. Die Ausbildung in einem dieser Pflegeberufe dauert dreieinhalb Jahre und setzt einen mittleren Bildungsabschluss oder einen Hauptschulabschluss mit Berufserfahrung voraus. 

Ausbildungen aus dem Bereich Erziehung und Bildung

Andere soziale Berufe legen den Schwerpunkt auf das Thema Bildung. Förderlehrer wirken unterstützend im Schulunterricht und gehen auf die speziellen Bedürfnisse einzelner Kinder ein. Für die Ausbildung zum Förderlehrer benötigen angehende Azubis einen mittleren Schulabschluss. Nach der dreijährigen Ausbildung wird ein zweijähriger praktischer Dienst angeschlossen, der die Ausbildung abschließt.

Ebenfalls zur Pädagogik gehörend ist die Erzieherausbildung. Nach einer dreijährigen Ausbildung, für die mindestens ein mittlerer Bildungsabschluss vorausgesetzt wird, bieten beispielsweise Kindergärten, Krippen oder Heime Arbeitsplätze für Erzieher.

Außerhalb der Schule und Kindergarten sind Atem-, Sprech- und Stimmlehrer tätig, sie arbeiten pädagogisch und therapeutisch. Dazu gehören Methoden, die musisch und künstlerisch orientiert sind. Die Ausbildung zu diesen sozialen Berufen dauert drei Jahre.  

Soziale Berufe mit Zukunft

Pflegekräften steht eine aussichtsreiche Zukunft bevor, denn sie werden gebraucht und das dringend. Entgegen vieler Vorurteile handelt es sich bei den Pflegeberufen um sehr vielschichtige Jobs, die zwar Stressresistenz verlangen, aber auch viel zu bieten haben. Die Arbeit mit Menschen kann sehr erfüllend sein, sie fordert jeden Tag und bringt immer wieder etwas Neues mit sich. Neben der Pflege von Menschen werden auch andere Tätigkeiten übernommen, beispielsweise das Verabreichen von Medikamenten und die Dokumentation der Pflegeabläufe.

Wie akut der Mangel an Pflegekräften ist, zeigt ein Blick auf die Zahlen: Aktuelle Studien besagen, dass fast 40 Prozent der Kliniken Probleme damit haben, offene Pflegestellen zu besetzen. Große Kliniken sind besonders betroffen. Der sich schon jetzt abzeichnende Fachkräftemangel in diesem sozialen Berufsfeld wird in den nächsten Jahren drastisch zunehmen. Gut für alle diejenigen, die noch nach einer geeigneten Ausbildung suchen. Ist die Entscheidung für einen Pflegeberuf gefallen, steht einer Karriere und einem sicheren Arbeitsplatz eigentlich nichts mehr im Wege. Dennoch sollten angehende Azubis die Besonderheiten dieses Berufes berücksichtigen: Die Arbeitsbelastung ist sehr hoch und das Gehalt im Vergleich dazu niedrig: Das Grundgehalt einer examinierten Pflegekraft liegt im Schnitt zwischen 2040 und 2770 Euro monatlich. Dazu kommen allerdings Schichtzulagen von bis zu 25 Prozent bei Sonntagsarbeit. Flexibilität bei der Zeiteinteilung zahlt sich also aus.

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