Aussichten, Chancen und Risiken

Technische Ausbildungen zählen neben kaufmännischen Ausbildungen zu den gefragtesten in Deutschland – von den mehr als 570.000 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen in 2011 wurden fast 102.000 in technischen Ausbildungsberufen abgeschlossen. Auszubildende finden Stellen dabei hauptsächlich in der Industrie und im Handwerk, aber auch im öffentlichen Dienst und in der Landwirtschaft werden Techniker ausgebildet. Besonders in der Elektrotechnik sind die Aussichten gut. Dieser Bereich befasst sich mit Elektronik, wird jedoch zunehmend von der Informations- und Nachrichtentechnik beeinflusst, weshalb die Grenzen zur Informatik immer mehr verschwimmen. Im letzten Jahr begannen mehr als 48.000 junge Leute eine Ausbildung in der IT oder Elektrotechnik – diese werden sowohl in der Industrie als auch im Handwerk angeboten. Besonders als Elektroniker für Betriebstechnik haben Interessierte sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt, denn hier sind mehr Ausbildungsstellen vorhanden als Bewerber. 

Voraussetzungen und Qualifikation

Wer eine Karriere im Bereich der Elektrotechnik beginnen möchte, sollte in erster Linie ein fundiertes Grundlagenwissen in Physik und Mathematik mitbringen. Außerdem muss eine hohe Lernbereitschaft vorhanden sein, um technische Zusammenhänge zu verstehen und anwenden zu können. Darüber hinaus sind Wissbegierigkeit, Interesse an neuen Technologien und Kreativität gefragt. Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben, in der Regel wird aber mindestens ein Realschulabschluss verlangt, etwa für den Ausbildungsberuf Elektroniker für Betriebstechnik. Einige Ausbildungen, wie zum Beispiel die zum Informatikkaufmann, erfordern auch die Hochschulreife. Für Hauptschüler ist sind Bewerbungen als Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik sowie als Industrieelektriker sehr aussichtsreich. 

Ausbildung versus Studium

Eine technische Ausbildung kann in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Vertrieb, Konstruktion, Produktion und Montage absolviert werden, entweder dual oder rein schulisch. In der dualen Ausbildung wird die Praxis im Unternehmen erlernt. Die Theorie an der Berufsschule dient als Ergänzung und Basis der praktischen Tätigkeit. Bei einer rein schulischen Ausbildung beschränkt sich die Lehre hingegen auf die Theorie und wird in der Regel durch ein Betriebspraktikum ergänzt. 

Wer an die Ausbildung noch ein Studium anhängen möchte, dem stehen auch hier zahlreiche Möglichkeiten offen. Das Angebot an Universitäten und Fachhochschulen im elektronischen Bereich ist umfassend – an fast 150 Instituten kann inzwischen deutschlandweit Elektrotechnik studiert werden. Heute ist der Studiengang geprägt von digitaler Technik – heißt, wo früher noch die Hardware im Vordergrund stand, geht es heute meist darum Software zu beherrschen oder selbst zu programmieren. Viele Studiengänge sind deswegen eine Kombination aus klassischer Elektrotechnik und IT bzw. Neuen Medien. Mehrmonatige Industriepraktika sind meist Pflicht, um die Studierenden mit dem Berufsalltag vertraut zu machen. Wer sich für den Bachelor Elektrotechnik entscheidet, studiert in den ersten Semestern die Fächer Elektrotechnik, Physik sowie Angewandte Informatik, außerdem erhältst Du einen Einblick in die Bereiche Mechanik, Werkstoffe der Elektrotechnik, Systemtheorie und Betriebswirtschaft. Fächerübergreifend nimmt dabei Mathematik einen großen Teil des Grundstudiums ein. Im späteren Verlauf können dann Schwerpunkte gesetzt werden. Gewählt werden kann beispielsweise zwischen Automatisierungs-, Informations- oder auch elektrische Energietechnik. Auch in die Richtung Medizintechnik oder Verkehrsleittechnik kann man sich spezialisieren. Gerade in der Elektrotechnik ist es allerdings besonders wichtig die Grundlagen immer im Auge zu behalten, um sich später viele Optionen offen zu halten. Spätestens beim Schreiben der Bachelorarbeit sollte aber ein persönlicher Schwerpunkt gesetzt werden. Oft kann die Abschlussarbeit auch in einem Betrieb verfasst werden. Berufseinstieg und Uniabschluss gehen so Hand in Hand.

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