Aussichten, Chancen und Risiken

Die kaufmännische Ausbildung zählt zu den gefragtesten in Deutschland – kein Wunder, denn die Branche bietet zahlreiche Möglichkeiten und verschafft gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Hauptsächlich wird die kaufmännische Ausbildung in Industrie und Handel angeboten, doch auch im Handwerk, im öffentlichen Dienst und in den freien Berufen werden Kaufleute ausgebildet. Diese Chancen werden durchaus genutzt – mehr als jeder dritte Azubi begann im Jahr 2011 eine Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau, um schließlich einen Job im Büro, in der Verwaltung oder in der Beratung zu finden.

Wer sich für den diesen Bereich interessiert, hat viele Anlaufstellen, denn qualifizierte Mitarbeiter mit einer kaufmännischen Ausbildung werden überall gebraucht. Industrie, Handel, Versicherungen, Gesundheitswesen, Immobilien und Logistik sind nur einige Bereiche, in denen Kaufleute unterkommen können. Je nach Branche befassen sie sich mit Einkauf und Verkauf, Rechnungswesen, Kalkulationen, Controlling, Logistik, Lagerhaltung, Güter- und Warentransport oder auch mit Personalwirtschaft und Marketing. Angesichts der Vielzahl an Einsatzbereichen ist es nicht verwunderlich, dass in Deutschland jährlich etwa 220.000 Ausbildungsplätze im kaufmännischen Bereich angeboten werden. Besonders gute Chancen haben Interessierte als Kaufmann für Dialogmarketing, Versicherungen und Finanzen sowie Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk – hier gibt es mehr Ausbildungsstellen als Bewerber. Schwieriger wird es für Dich als Bewerber schon, wenn Du im Bereich Eventmanagement, Buchhandel oder Tourismus Fuß fassen willst. Wenn Du Dich für diesen Bereich begeisterst, lohnt es sich natürlich trotzdem sich zu bewerben. Grundsätzliche überzeugen immer jene Bewerber, die ernsthaftes Interesse für den Beruf mitbringen und dieses transportieren können.
 

Voraussetzungen und Qualifikation

Die kaufmännische Ausbildung eignet sich sehr gut als Basis für einen erfolgreichen Berufsweg in den unterschiedlichsten Bereichen. Durch das mehrgliedrige Bildungssystem in Deutschland gibt es hier verschiedene Zugänge zu kaufmännischen Berufen und ebenso viele unterschiedliche Abschlüsse. Ob du dich zu einer Ausbildung als Büro-, Industrie- oder Bankkaufmann entscheidest, zum wesentlichen Handwerkszeug gehören dabei immer gute Deutsch- und Mathematikkenntnisse sowie Spaß an zwischenmenschlicher Kommunikation und Teamwork. Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben, als Zugangsvoraussetzungen nennen die meisten Ausbildungsanbieter Betriebe oder Berufsakademien, in der Regel, jedoch mindestens die Mittlere Reife. Für einige Berufszweige müssen Bewerber auch das Abitur vorweisen können – besonders in Bereichen, in denen höhere mathematische Leistungen verlangt werden. Wenn man sich mit einem Hauptschulabschluss für den kaufmännischen Bereich bewerben möchte, stehen die Chancen vor allem in Ausbildungsberufen wie Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk, Verkäufer und Kaufmann im Einzelhandel sehr gut.

Speziell für die Zielgruppe der Abiturienten gibt es interessante Möglichkeiten, die alle Optionen in Sachen Aufstieg und Weiterbildung bereithalten. Attraktive Bereiche sind z. B. Logistik, Handel, Touristik oder Immobilienwirtschaft. Wer sich nach der Ausbildung zum Fachwirt weiterbildet, erreicht die Ebene des Betriebswirts, an die zusätzlich noch ein Studium angeschlossen werden kann. Für viele Abiturienten bildet eine Ausbildung so eine solide Grundlage, um später Führungspositionen einzunehmen.
 

Ausbildung

Möglichkeiten für eine kaufmännische Ausbildung bieten sich entweder direkt in den entsprechenden Betrieben oder über Berufsakademien, wobei auch hier meist eine duale Ausrichtung vorgesehnen ist. Der Vorteil einer betrieblichen Ausbildung liegt auf der Hand: Teilnehmer erhalten eine Vergütung, die tariflich geregelt und nach Berufssparte und Ausbildungsjahr gestaffelt ist. Auch Abschlüsse an Fernakademien werden immer häufiger angeboten. Die Ausbildungszeit für kaufmännische Berufe beträgt meistens drei Jahre, Abiturienten haben in manchen Fällen die Gelegenheit, die Prüfung vorzuziehen.

Die Büro-, Verwaltungs- und Beratungsbranche ist groß und dementsprechend bieten sich viele Ausbildungswege. Kein Wunder, dass junge Leute bei der Berufswahl häufig überfordert sind und wenige von Anfang an genau wissen, welche der Ausbildungen die richtige für sie ist. Hilfreich ist daher meist ein Praktikum, in dem sie den Betrieb sowie die täglichen Arbeitsabläufe kennenlernen können – je nach persönlichen Interessen und Talenten können so in der Ausbildung schon früh die richtigen Schwerpunkte gesetzt werden.

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