Aussichten, Chancen und Risiken

Jahre lang waren die Jobaussichten in der Baubranche nicht rosig. Der demografische Wandel sorgte dafür, dass vor allem beim Wohnungsbau nur zögerlich neu gebaut wurde. Inzwischen hat sich das Blatt wieder gewendet: Viele Städte klagen über Wohnungsmangel und somit spürt auch die Baubranche wieder Aufwind. Akut wird sogar über Fachkräftemangel geklagt. Erst kürzlich verkündete der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB), nach Jahren mit drastischen Rückgängen bei den Beschäftigtenzahlen hätte sich die Erwerbstätigkeit in der Branche nun seit Mitte des vergangenen Jahrzehnts stabilisiert. Die Chancen für Bewerber stehen zurzeit dementsprechend gut, auch wenn die Abhängigkeit von Wachstumsprozessen in der Bevölkerung wie wirtschaftlich immer noch gegeben ist. Der Bausektor hat sich verändert und neben den klassischen Bauberufen wie Maurer und Zimmerer ganz neue Berufsbilder hervorgebracht, vor allem durch die gestiegene Nachfrage nach ökologischem Hausbau, umweltgerechten Bauweisen sowie neuen Technologien im Ausbau. Gerade nachhaltiges Bauen liegt im Trend und bietet die besten Chancen für die Zukunft.

Egal ob in den klassischen Bauberufen, oder bei neuen Technik orientierten Berufsbildern, die Baubranche bietet, zahlreiche Optionen für den Ein- und Aufsteiger. Bei so vielen Möglichkeiten solltest Du Dich gründlich mit der Frage beschäftigen, welcher der Ausbildungsberuf am besten zu Dir passt. Ob als Maurer, Baugeräteführer oder Stuckateur bis hin zum Meister und Ingenieur im Mittelpunkt steht auf jeden Fall dein Interesse für die Tätigkeit, aber natürlich solltest du auch bedenken, welcher Bereich der Baubranche die besten Perspektiven für dich bietet.

Voraussetzungen und Qualifikationen

Die beste Voraussetzung für deine berufliche Zukunft im Bauhandwerk ist ein guter Haupt-, Werkreal- oder Realschulabschluss. Auch Schulabbrechern oder Lehrstellenbewerbern mit schlechteren Noten wird in der Baubranche oft eine Chance geben. Einige Unternehmen gehen davon aus, dass es Bewerber gibt, die zwar keinen Schulabschluss haben, aber trotzdem über gute handwerkliche Fertigkeiten verfügen – es lohnt sich daher immer, sein Glück bei der Bewerbung zu versuchen. Definitiv mitgebracht werden sollte allerdings Eigeninitiative und Freude am Lernen. In der Baubranche ist es außerdem unabdingbar, flexibel zu sein, da man sich nicht jeden Tag im Büro oder an derselben Baustelle befindet. Hier heißt es, mitdenken, Interesse zeigen und genau beobachten, wie die Arbeit auf einer Baustelle abläuft und koordiniert wird. Natürlich spielt die körperliche Belastbarkeit in der Baubranche eine große Rolle, aber auch geistige Fitness ist gefragt: Auszubildende müssen auf der Baustelle immer hundertprozentig konzentriert bei der Sache sein, schließlich gibt es in fast keiner anderen Branche so viele Gefahrenquellen.

Ausbildung

Die Berufsausbildung in der Baubranche gliedert sich in die Bereiche Hochbau, Ausbau und Tiefbau. In der Regel wird dabei zunächst eine zweijährige Ausbildung absolviert: Während das erste Jahr noch allgemein und baubereichsübergreifend strukturiert ist, wird im zweiten Jahr ein Schwerpunkt gewählt. Nach Abschluss der zweijährigen Berufsausbildung besteht schließlich die Möglichkeit, die erlernten Fachkenntnisse in einem dritten Ausbildungsjahr zu vertiefen. Es ist jedoch auch möglich, sich von Beginn an für eine dreijährige Ausbildungszeit zu entscheiden. Indem auf die Ausbildung oder auf berufliche Praxis aufgebaut wird, können sich Fachkräfte dann für Aufgaben zwischen Planung und Ausführung qualifizieren. Was die Weiterbildung angeht, kann eine Prüfung zum Werkpolier mit einer der beruflichen Erfahrung entsprechenden Fachrichtung abgelegt werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, die Weiterbildung zum geprüften Polier abzulegen und auf diese Weise eine Qualifikation als technische Fach- und Führungskraft im Rang eines Industriemeisters zu erlangen.

Dies ist nur ein Beispiel für eine fachliche Vertiefung; der große Vorteil der Baubranche besteht in ihren Weiterbildungs- und Aufstiegschancen. Dies machen auch die Ergebnisse einer Studie des F.A.Z.-Instituts für Management-, Markt- und Medieninformationen und des SOKA-BAU klar. Über die Hälfte der Azubis (60 Prozent) und Bauprofis (67,5 Prozent) streben demnach in Zukunft die Meisterprüfung an. Über ein Drittel der Azubis (39,5 Prozent) und Bauprofis (34,7 Prozent) wollen Polier werden und immerhin 29,8 Prozent der Azubis und 22,9 Prozent der Bauprofis planen, ein Studium aufzunehmen. Außerdem plant rund ein Viertel, sich selbstständig zu machen. Motivation und Ambitionen und zahlen sich also in jedem Fall aus. Ist der Einstieg erst geschafft, stehen Dir zahlreiche Chancen offen – die Kunst besteht darin, sie auch zu nutzen.

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