Unterstützung für Azubis

Tau
Foto: johannes vortmann / pixelio.de

Auch wenn in der Ausbildung meist das erste eigene Geld verdient wird, sind Azubis in den vielen Fällen auf finanzielle Unterstützung angewiesen – denn die Ausbildungsvergütung reicht selten zum Leben. Bei einer schulischen Ausbildung wird in der Regel sogar gar nichts verdient. Im Gegenteil: Die Kosten für Schulgebühren oder Arbeitsmaterial muss der Auszubildende oft selbst tragen. Zum Glück bestehen mehrere Möglichkeiten, sich die Ausbildung zu finanzieren und Unterstützung zu erhalten.

Die Berufsausbildungsbeihilfe – wer kann sie beantragen?

Die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB), können Auszubildende erhalten können, die nicht mehr bei ihren Eltern zu Hause wohnen. Es handelt sich hierbei um eine vom Gesetz geregelte staatliche Unterstützung für den Lebensunterhalt während der Ausbildung. Um die Zahlung zu erhalten, müssen jedoch einige Bedingungen erfüllt werden: Erst einmal wird nur die erste Ausbildung gefördert, diese muss außerdem staatlich anerkannt sein. Bei minderjährigen Azubis gilt zusätzlich: Die Berufsausbildungsbeihilfe können nur Auszubildende bekommen, die während der Lehre nicht bei den Eltern wohnen können, weil der Ausbildungsbetrieb zu weit entfernt liegt. Bei der Berechnung der BAB werden außerdem das Einkommen des Azubis sowie das der Eltern berücksichtigt. Den Antrag für die Beihilfe für die Berufsausbildung stellt man bei der Bundesagentur für Arbeit, wofür diverse Einkommensnachweise benötigt werden. Das Geld wird schließlich erst ab dem Monat der Antragsstellung ausbezahlt – der Antrag sollte daher so früh wie möglich eingereicht werden. 

Das Kindergeld: bis wann Du es bekommst und was zu tun ist, wenn die Eltern es nicht auszahlen?

Auch das Kindergeld steht dem Azubi bis zum 25. Lebensjahr zu, solange er unverheiratet ist. Die Höhe des Kindergeldes ist gestaffelt und beträgt derzeit für das erste und zweite Kind monatlich 184 Euro, für das dritte Kind monatlich 190 Euro und für das vierte und jedes weitere Kind monatlich 215 Euro. Wer nicht mehr zu Hause wohnt, hat einen Anspruch darauf, dass die Eltern das Kindergeld auszahlen, denn es ist dafür gedacht, die Ausbildungszeit zu unterstützen. Weigern sich die Eltern, kann bei der Familienkasse der Agentur für Arbeit beantragt werden, dass das Kindergeld direkt ausgezahlt wird. 

Nebenjob und Ausbildung: geht das überhaupt und was ist zu beachten?

Wer mit dem Geld trotz Berufsausbildungsbeihilfe und Kindergeld nicht auskommt, dem bleibt nur die Möglichkeit eines Nebenjobs. Hierbei ist allerdings Vorsicht geboten, denn neben der Tatsache, dass die Ausbildung schon genug Zeit in Anspruch nimmt und sie unter der Nebentätigkeit nicht leiden sollte, muss über den Nebenjob auch der Ausbilder informiert werden. Dieser kann dem Azubi den Job verbieten, wenn er die Ausbildung und die Arbeitsleistung negativ beeinflusst – oder auch wenn für einen Konkurrenzbetrieb gearbeitet wird. Zusätzlich muss darauf geachtet werden, dass die zulässige Grenze der Arbeitszeit, die im Arbeitszeitgesetz und Jugendarbeitsschutzgesetz geregelt wird, nicht überschritten wird, denn die Arbeitszeiten im Ausbildungsbetrieb und im Nebenjob werden addiert. Unter Umständen kann das erhöhte Einkommen durch die Nebentätigkeit außerdem dazu führen, dass der Anspruch auf Kindergeld oder Wohngeld verloren geht. In der Regel dürfen Auszubildende nicht mehr als 400 Euro pro Monat zusätzlich verdienen, ohne dass zum Beispiel die BAB gekürzt wird.

Anzeige

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.